Jamal Musiala hat nach zwei auffälligen Episoden in Testspielen des FC Bayern erstmals öffentlich erklärt, was hinter den kurzen Aussetzern steckt. Bei dem 23-Jährigen seien behandelbare Absencen infolge einer neurologischen Dysfunktion festgestellt worden. Eine konkrete Epilepsie-Diagnose hat Musiala selbst allerdings nicht öffentlich gemacht.
München, 19. August 2026. Jamal Musiala hat nach zwei gesundheitlich auffälligen Momenten innerhalb weniger Tage Klarheit über seinen medizinischen Befund geschaffen. Der Nationalspieler des FC Bayern erklärte am Dienstagabend auf seinem Instagram-Kanal, bei ihm seien vorübergehend auftretende Absencen festgestellt worden. Sie seien auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen und nach seiner Darstellung gut behandelbar.
Die Erklärung folgte auf zwei Szenen, die rund um die Testspiele des FC Bayern für Aufmerksamkeit gesorgt hatten. Am 15. August sackte Musiala im Telekom Cup gegen RB Leipzig kurz vor dem Ende der Partie zusammen. Drei Tage später kam es beim 4:2-Testspielsieg beim 1. FC Heidenheim erneut zu einem auffälligen Moment kurz nach seiner Einwechslung. Anschließend wurde Musiala ausgewechselt.
Musiala erklärt die Aussetzer auf dem Platz
In seiner persönlichen Stellungnahme stellte Musiala selbst einen möglichen Zusammenhang zwischen den festgestellten Absencen und den jüngsten Vorfällen her. Solche Episoden könnten zu den zuletzt beobachteten Momenten führen, erklärte der 23-Jährige sinngemäß. Zugleich machte er deutlich, dass er sich bereits in medizinischer Behandlung befindet.
Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur schrieb Musiala zudem, die Absencen seien derzeit Teil seines Alltags. Er stehe in engem Austausch mit Fachleuten und blicke optimistisch auf die weitere Behandlung. Entscheidend für den Spieler ist dabei offenbar, seinen Alltag und seine Karriere möglichst normal fortsetzen zu können.
Nach eigener Darstellung hat Musiala von neurologischen Fachärzten die Freigabe erhalten, weiter Fußball zu spielen. Über konkrete Untersuchungen, mögliche Medikamente oder eine genauere neurologische Diagnose äußerte er sich nicht. Auch zum langfristigen Verlauf machte Musiala keine Angaben.
Das Wichtigste zusammengefasst
Jamal Musiala hat öffentlich gemacht, dass bei ihm behandelbare Absencen infolge einer neurologischen Dysfunktion festgestellt wurden. Eine konkrete Epilepsie-Diagnose hat er nicht öffentlich genannt.
- Was ist passiert?
- Der Nationalspieler des FC Bayern erklärte am Dienstagabend auf seinem Instagram-Kanal, bei ihm seien vorübergehend auftretende Absencen festgestellt worden.
- Was ist bestätigt?
- Nach eigener Darstellung hat Musiala von neurologischen Fachärzten die Freigabe erhalten, weiter Fußball zu spielen.
- Was bedeutet das?
- Nach der medizinischen Klassifikation der International League Against Epilepsy gehören Absence-Anfälle zu den generalisierten epileptischen Anfällen.
- Was ist noch offen?
- Der Spieler selbst hat eine solche Diagnose nicht genannt.
FC Bayern war über die Situation informiert
Beim FC Bayern war der medizinische Hintergrund offenbar bekannt. Sportvorstand Max Eberl äußerte sich nach der Partie in Heidenheim knapp zu Musialas Situation. Der Verein habe über den gesundheitlichen Zustand des Spielers Bescheid gewusst und wisse weiterhin darüber Bescheid. Weitere Einzelheiten nannte Eberl nicht.
Damit bleibt die öffentliche Informationslage bewusst begrenzt. Musiala machte deutlich, dass medizinische Details künftig im engen Kreis zwischen ihm, seinem persönlichen Umfeld, dem Verein und den behandelnden Fachleuten bleiben sollen.
Für die Einordnung des Falls ist diese Grenze wesentlich. Öffentlich bestätigt sind die festgestellten Absencen, die von Musiala genannte neurologische Dysfunktion, seine laufende Behandlung sowie die ärztliche Freigabe für den Fußball. Darüber hinausgehende Aussagen wären nicht belastbar.
Was Absencen medizinisch bedeuten
Der Begriff Absence stammt aus der Neurologie. Nach der medizinischen Klassifikation der International League Against Epilepsy gehören Absence-Anfälle zu den generalisierten epileptischen Anfällen. Kennzeichnend ist eine plötzlich einsetzende und ebenso plötzlich endende Beeinträchtigung des Bewusstseins.
Betroffene können dabei für kurze Zeit nicht oder nur eingeschränkt auf ihre Umgebung reagieren. Solche Episoden dauern in der Regel nur kurz, können aber von außen deutlich wahrnehmbar sein. Genau hier liegt der Bezug zu den Szenen, die bei Musiala während der beiden Testspiele aufgefallen waren.
Wichtig ist allerdings die medizinische Abgrenzung: Ein epileptischer Anfall oder ein bestimmter Anfallstyp ist nicht automatisch gleichbedeutend mit der Diagnose Epilepsie als Erkrankung. Für eine Epilepsie-Diagnose gelten eigene Kriterien und eine weitergehende fachärztliche Bewertung.
Keine bestätigte Epilepsie-Diagnose öffentlich bekannt
Aus Musialas Stellungnahme lässt sich deshalb nicht ableiten, dass bei ihm öffentlich bestätigt eine Epilepsie diagnostiziert wurde. Der Spieler selbst hat eine solche Diagnose nicht genannt. Auch der FC Bayern hat bislang keine entsprechende medizinische Einordnung veröffentlicht.
Der Unterschied ist mehr als eine begriffliche Feinheit. Absencen beschreiben zunächst eine Form neurologischer Episoden beziehungsweise eines Anfallstyps. Ob sie Teil einer konkreten Epilepsie-Erkrankung sind, lässt sich nur medizinisch beurteilen. Ohne eine entsprechende öffentliche Diagnose wäre jede weitergehende Festlegung spekulativ.
Gerade bei einem prominenten Leistungssportler ist diese Präzision wichtig. Aus kurzen Aussetzern auf dem Spielfeld allein lassen sich weder Ursache noch Krankheitsbild ableiten. Musiala hat nun selbst einen Teil des medizinischen Hintergrunds offengelegt, zugleich aber klare Grenzen gesetzt.
Ursache und Behandlung bleiben privat
Offen ist weiterhin, wodurch die neurologische Dysfunktion verursacht wird. Musiala machte dazu keine näheren Angaben. Es ist auch nicht bekannt, welche Untersuchungen durchgeführt wurden und wie die Behandlung im Detail aussieht.
Ebenso wenig gibt es öffentlich bestätigte Informationen darüber, ob die festgestellten Absencen einem bestimmten neurologischen Krankheitsbild zugeordnet wurden. Angaben zu Medikamenten, möglichen Auslösern oder langfristigen Prognosen fehlen ebenfalls.
Gesichert ist lediglich Musialas eigene Einschätzung, dass die Absencen behandelbar seien und für ihn kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko bestehe. Diese Aussage gibt seine persönliche beziehungsweise medizinisch vermittelte Einschätzung wieder. Eine unabhängige medizinische Bewertung liegt öffentlich nicht vor.
Zwei Vorfälle binnen drei Tagen
Der erste der beiden öffentlich diskutierten Vorfälle ereignete sich am 15. August beim Telekom Cup gegen RB Leipzig. Der FC Bayern gewann die Partie mit 3:1. Musiala sackte in der Schlussphase zusammen und verließ anschließend das Spielfeld.
Am 18. August folgte das Testspiel beim 1. FC Heidenheim. Bayern gewann dort 4:2. Kurz nach Musialas Einwechslung kam es erneut zu einer auffälligen Episode. Wenig später wurde der Nationalspieler ausgewechselt.
Die zeitliche Nähe der beiden Szenen rückte Musialas Gesundheitszustand schnell in den Mittelpunkt. Noch am selben Abend reagierte der Spieler selbst mit seiner öffentlichen Stellungnahme. Damit nahm er möglichen Spekulationen einen Teil ihrer Grundlage, ohne mehr preiszugeben als nötig.
Für Musiala zählt die Rückkehr in den sportlichen Alltag
Der 23-Jährige stellt in seiner Erklärung vor allem eines in den Vordergrund: Er will seinen Alltag und seine Karriere fortsetzen. Nach eigener Aussage befindet er sich in fachärztlicher Betreuung und darf weiter Fußball spielen.
Ob sich aus den Absencen Auswirkungen auf Trainingssteuerung, Belastung oder Einsatzplanung ergeben, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Der FC Bayern hat dazu keine detaillierten Angaben gemacht. Auch für mögliche weitere sportliche Entscheidungen fehlen derzeit belastbare Informationen.
Damit ist die Lage klarer als noch nach den beiden Szenen auf dem Platz, aber längst nicht vollständig öffentlich ausgeleuchtet. Musiala hat Absencen infolge einer neurologischen Dysfunktion bestätigt. Eine Epilepsie-Diagnose ist damit nicht automatisch belegt. Entscheidend bleibt vorerst, dass der Spieler behandelt wird, medizinisch begleitet ist und nach eigener Aussage die Freigabe für den Profifußball erhalten hat.





















