Torwart-Konkurrenz beim VfB

VfB Stuttgart: Seimen ist zurück – Hoeneß hält die Torwartfrage offen

Fußballtor mit Torwarthandschuhen und Ball auf einem Trainingsplatz als Motiv zur Torwartfrage beim VfB Stuttgart.
Symbolbild: KI-generiert. Beim VfB Stuttgart ist Dennis Seimen nach seiner Verletzungspause zurück, während die Torwartfrage mit Fabian Bredlow zunächst offenbleibt.

Dennis Seimen steht nach mehr als zwei Monaten Verletzungspause wieder im Tor des VfB Stuttgart. Beim 5:0 im Test gegen Greuther Fürth sammelte der 20-Jährige erstmals seit seiner Muskelverletzung wieder Spielminuten. Die Rückkehr ist damit geschafft – doch Trainer Sebastian Hoeneß lässt offen, ob Seimen schon gegen seinen früheren Klub SC Paderborn ins VfB-Tor zurückkehrt.

Stuttgart, 3. Oktober 2026. Es war vor allem ein Test für Dennis Seimen selbst. Beim 5:0 des VfB Stuttgart gegen die SpVgg Greuther Fürth stand der Torhüter am Donnerstag erstmals seit seiner Verletzung wieder zwischen den Pfosten. Bis zur 71. Minute blieb der 20-Jährige auf dem Platz, anschließend übernahm Marius Funk.

Sportlich wurde Seimen dabei nur selten gefordert. Für den VfB war ohnehin etwas anderes entscheidend: Der Torhüter konnte nach seiner langen Pause wieder unter Spielbedingungen belastet werden. Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in den Pflichtspielbetrieb geschafft.

Seimen hatte sich im Juli im Mannschaftstraining eine Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite zugezogen. Der VfB Stuttgart teilte damals mit, dass der Keeper mindestens bis zur Länderspielphase Ende September fehlen werde. Seine Rückkehr Anfang Oktober liegt damit ungefähr in dem Zeitfenster, das der Verein bereits im Sommer genannt hatte.

Dennis Seimen vor Pflichtspiel-Comeback beim VfB Stuttgart

Nun beginnt der sportlich interessantere Teil seiner Rückkehr. Wann steht Dennis Seimen erstmals wieder in einem Pflichtspiel im Tor? Sebastian Hoeneß vermeidet eine vorschnelle Antwort.

Nach Angaben des SWR will der VfB-Trainer zunächst beobachten, wie Seimen die Belastung des Testspiels verkraftet und welchen Eindruck er in den kommenden Trainingseinheiten hinterlässt. Ein Pflichtspieleinsatz soll zeitnah folgen. Ob es bereits am 10. Oktober so weit ist, bleibt offen.

Dann spielt der VfB Stuttgart ausgerechnet beim SC Paderborn – jenem Verein, bei dem Seimen in der vergangenen Saison den bislang wichtigsten Schritt seiner jungen Karriere gemacht hat.

Der VfB hatte sein Torwarttalent für die Saison 2025/26 nach Ostwestfalen ausgeliehen. Dort spielte Seimen durch: Nach Angaben des VfB absolvierte er alle 34 Zweitligapartien sowie beide Relegationsspiele. Am Ende stand mit Paderborn der Aufstieg in die Bundesliga.

Seimen kehrte anschließend mit reichlich Spielpraxis nach Stuttgart zurück. Beim VfB war für ihn die Rolle als neue Nummer eins vorgesehen. Dann kam die Verletzung – und mit ihr eine Entwicklung, die die Torwartfrage heute komplizierter macht als noch im Sommer.

Fabian Bredlow nutzt Seimens Verletzungspause

Während Dennis Seimen an seinem Comeback arbeitete, stand Fabian Bredlow im Tor des VfB Stuttgart. Aus einer zunächst klaren Vertretungssituation entwickelte sich sportliche Konkurrenz. Bredlow präsentierte sich während Seimens Ausfall stabil und gab Hoeneß damit wenig Anlass, die Rückkehr des jungen Keepers zu überstürzen.

Das Wichtigste in Kürze

Dennis Seimen hat nach mehr als zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback im Tor des VfB Stuttgart absolviert. Sebastian Hoeneß plant weitere Einsätze für den 20-Jährigen, lässt die Besetzung für das Bundesligaspiel beim SC Paderborn aber noch offen.

Was ist passiert?
Beim 5:0 des VfB Stuttgart gegen die SpVgg Greuther Fürth stand der Torhüter am Donnerstag erstmals seit seiner Verletzung wieder zwischen den Pfosten.
Wann?
Seimen hatte sich im Juli im Mannschaftstraining eine Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite zugezogen.
Was ist noch offen?
Ob es bereits am 10. Oktober so weit ist, bleibt offen.
Was gilt konkret?
Seimen soll in den kommenden Wochen viele Spiele absolvieren – aber nicht sämtliche Partien.
Was ist bestätigt?
Auch Bredlow soll weitere Einsatzmöglichkeiten erhalten.

Stand:

Der Trainer steht deshalb nicht vor der einfachen Entscheidung, nach Ende einer Verletzungspause wieder zur ursprünglichen Hierarchie zurückzukehren. Bredlow hat in den vergangenen Wochen eigene Argumente gesammelt.

Das wirkt sich unmittelbar auf Hoeneß' Planung aus. Seimen soll in den kommenden Wochen viele Spiele absolvieren – aber nicht sämtliche Partien. Auch Bredlow soll weitere Einsatzmöglichkeiten erhalten.

Genau darin liegt die eigentliche Nachricht hinter Seimens Comeback. Der VfB Stuttgart bekommt seinen ursprünglich vorgesehenen Stammtorhüter zurück, doch Hoeneß macht daraus keinen Automatismus. Statt einer sofortigen Festlegung setzt der Trainer zunächst auf eine flexible Lösung.

Hoeneß legt sich auf keine starre Torwart-Hierarchie fest

Von einem fest geregelten Job-Sharing lässt sich bislang dennoch nicht sprechen. Es gibt keine bestätigte Aufteilung, wonach etwa Dennis Seimen grundsätzlich in der Bundesliga spielt und Fabian Bredlow für DFB-Pokal oder Champions League vorgesehen ist.

Entsprechende Varianten werden rund um den VfB diskutiert. Hoeneß hat eine solche Trennung nach Wettbewerben aber nicht verkündet. Gesichert ist lediglich, dass Seimen nach seiner Rückkehr regelmäßig spielen soll und Bredlow zugleich Teil der sportlichen Planung bleibt.

Damit hält sich der Trainer mehrere Möglichkeiten offen. Entscheidend dürfte zunächst weniger eine langfristige Torwartordnung sein als Seimens Weg zurück zur vollen Belastbarkeit. Nach mehr als zwei Monaten ohne Spiel kann der 20-Jährige seine Rolle nicht allein mit einem Testspieleinsatz zurückerobern.

Das Fürth-Spiel lieferte dafür ohnehin nur begrenzte Erkenntnisse. Der VfB dominierte die Partie deutlich, Seimen musste nur selten eingreifen. Sein Auftritt war deshalb weniger eine Leistungsprüfung als eine erste Standortbestimmung nach der Reha.

VfB Stuttgart steuert Seimens Rückkehr vorsichtig

Sportdirektor Christian Gentner hatte bereits hervorgehoben, dass Seimen während seiner Rehabilitation intensiv gearbeitet habe. Gegen Greuther Fürth konnte er nun erstmals wieder einen größeren Teil eines Spiels absolvieren. Für den VfB war genau diese Belastung wichtiger als spektakuläre Paraden.

Seimen selbst machte nach seinem Comeback keinen Hehl daraus, wie sehr ihm die Rückkehr gefehlt hatte. Gegenüber dem VfB bezeichnete er das Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen, als „unfassbar gut“. Mehr als zwei Monate nach seiner Verletzung ist damit zumindest die erste Etappe beendet.

Die nächste wird schwieriger. Training und Testspiel lassen sich planen, die Anforderungen eines Pflichtspiels nur begrenzt. Hoeneß will deshalb abwarten, wie Seimens Körper auf die Belastung reagiert. Der Trainer setzt damit auf einen schrittweisen Übergang statt auf eine sofortige Rückkehr zum Zustand vor der Verletzung.

Ausgerechnet Paderborn könnte zum nächsten Schritt werden

Das nächste Bundesligaspiel bekommt dadurch eine besondere Konstellation. Sollte Hoeneß Seimen am 10. Oktober aufstellen, würde der Torhüter sein Pflichtspiel-Comeback ausgerechnet beim SC Paderborn feiern.

Dort hatte Seimen in der vergangenen Saison die Spielpraxis erhalten, die für seine weitere Entwicklung entscheidend war. Eine komplette Zweitligasaison und die anschließende Relegation machten aus dem Stuttgarter Nachwuchskeeper einen Torhüter mit umfangreicher Erfahrung im Profifußball.

Dass Hoeneß die Entscheidung für Paderborn noch nicht öffentlich getroffen hat, ist deshalb mehr als eine Randnotiz. Vor seiner Verletzung wäre die Antwort auf die Torwartfrage vermutlich eindeutig gewesen. Nach Bredlows Auftritten während der vergangenen Wochen ist die Situation eine andere.

Der VfB muss dabei zwei Interessen miteinander verbinden. Seimen braucht Spielpraxis, wenn er die für ihn vorgesehene Rolle langfristig ausfüllen soll. Zugleich hat Bredlow während dessen Ausfall gezeigt, dass Stuttgart auch mit ihm planen kann. Hoeneß nimmt sich deshalb die Freiheit, beide Torhüter einzusetzen.

Seimens Rückkehr verschärft den Konkurrenzkampf

Für den VfB Stuttgart ist das zunächst eine komfortable Situation. Die Verletzung des ursprünglich eingeplanten Stammtorhüters hatte im Sommer eine Lücke gerissen. Anfang Oktober stehen Hoeneß nun wieder mehrere Optionen zur Verfügung.

Für die beiden Keeper ist die Lage anspruchsvoller. Seimen kommt mit dem Anspruch zurück, an seine Rolle vor der Verletzung anzuknüpfen. Bredlow wiederum hat gerade in jener Phase überzeugt, in der der VfB auf seinen jungen Konkurrenten verzichten musste.

Hoeneß vermeidet deshalb eine Entscheidung, die weiter reicht als nötig. Statt schon jetzt eine endgültige Rangfolge auszurufen, betrachtet der Trainer die kommenden Spiele offenbar auch unter dem Gesichtspunkt der Belastungssteuerung. Seimen bekommt seine Chancen. Bredlow ebenfalls.

Die Rückkehr ist geschafft – die Torwartfrage bleibt offen

Das Comeback von Dennis Seimen beendet beim VfB Stuttgart eine mehr als zweimonatige Verletzungspause. Es beendet jedoch nicht die Diskussion darüber, wer in den kommenden Wochen im Tor stehen wird.

Seimen ist wieder einsatzfähig und soll zeitnah auch im Pflichtspielbetrieb zurückkehren. Bredlow bleibt nach seinen Leistungen während der Vertretungsphase im Rennen. Eine starre Aufteilung der Wettbewerbe hat Sebastian Hoeneß nicht angekündigt, ebenso wenig eine endgültige neue Rangordnung.

Damit wird die kommende Trainingswoche zum nächsten Gradmesser. Erst danach dürfte klarer werden, ob Dennis Seimen schon beim SC Paderborn wieder im Bundesliga-Tor des VfB Stuttgart steht – oder ob Hoeneß seinem Rückkehrer noch etwas mehr Zeit gibt.

Quellen

  1. Deutlicher Sieg gegen die SpielvereinigungVfB Stuttgart
  2. Wann steht Dennis Seimen dauerhaft im Tor des VfB Stuttgart?SWR
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