Wahlehrenamt in Düsseldorf
Landtagswahl 2027: Düsseldorf zahlt Wahlhelfern bis zu 120 Euro

Wahlehrenamt in Düsseldorf

Für die Landtagswahl 2027 sucht Düsseldorf rund 4.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Je nach Funktion zahlt die Stadt ein Erfrischungsgeld zwischen 60 und 120 Euro – deutlich mehr als bei der Landtagswahl 2022. Eine neue Erhöhung eigens für 2027 ist das allerdings nicht: Die höheren Beträge gelten in Düsseldorf bereits seit mindestens 2025.
Düsseldorf, 3. Oktober 2026. – Ohne Tausende Ehrenamtliche lässt sich eine Wahl in einer Großstadt kaum organisieren. Für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 25. April 2027 benötigt Düsseldorf rund 4.000 Wahlhelfende. Wer eine Aufgabe im Wahlvorstand übernimmt, erhält dafür je nach Funktion zwischen 60 und 120 Euro Erfrischungsgeld.
Im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl ist das mehr. 2022 zahlte Düsseldorf nach Angaben der Stadt noch zwischen 40 und 100 Euro. Beim nächsten Urnengang auf Landesebene liegt die Aufwandsentschädigung damit an beiden Enden der Spanne jeweils 20 Euro höher.
Die zeitliche Einordnung ist allerdings wichtig. Die Stadt hebt das Erfrischungsgeld für Wahlhelfer nicht erst jetzt mit Blick auf 2027 an. Schon bei der Bundestagswahl im Februar 2025 wurden in Düsseldorf zwischen 60 und 120 Euro gezahlt. Auch bei den Kommunal- und Integrationsratswahlen desselben Jahres galt diese Spanne. Für 2027 setzt Düsseldorf das bereits erreichte Niveau also fort.
Die Suche nach ausreichend Freiwilligen gehört inzwischen selbst zur Vorbereitung einer Wahl. Nach Angaben eines Düsseldorfer Stadtsprechers hat die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger nachgelassen, ein Wahlehrenamt zu übernehmen. Zugleich soll das höhere Erfrischungsgeld den Aufwand angemessener abgelten.
Die Dimension ist beträchtlich: Rund 4.000 Menschen werden allein in Düsseldorf benötigt. Sie übernehmen unterschiedliche Funktionen in den Wahlvorständen und sorgen dafür, dass die Stimmabgabe organisiert und anschließend das Ergebnis ermittelt werden kann.
Für diese Arbeit zahlt die Stadt keine einheitliche Pauschale. Das Erfrischungsgeld für Wahlhelfer richtet sich nach der jeweiligen Funktion. Gesichert ist für Düsseldorf eine Spanne von 60 bis 120 Euro. Eine vollständige Aufschlüsselung, welche konkrete Funktion bei der Landtagswahl 2027 mit welchem Einzelbetrag vergütet wird, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Für den Vergleich bietet sich deshalb die Spanne der beiden Landtagswahlen an. Im Jahr 2022 waren es 40 bis 100 Euro, 2027 sollen es 60 bis 120 Euro sein. Das bedeutet einen Anstieg um jeweils 20 Euro.
Düsseldorf benötigt für die Landtagswahl 2027 rund 4.000 Wahlhelfende und zahlt je nach Funktion zwischen 60 und 120 Euro Erfrischungsgeld. Gegenüber der Landtagswahl 2022 liegt die Spanne jeweils 20 Euro höher, die höheren Beträge gelten jedoch bereits seit mindestens 2025.
Wann die Stadt die höhere Aufwandsentschädigung genau eingeführt hat, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht eindeutig bestimmen. Fest steht jedoch, dass die neuen Beträge spätestens bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 galten. Damals nannte die Landeshauptstadt ebenfalls ein Erfrischungsgeld zwischen 60 und 120 Euro.
Dasselbe galt später für die Kommunal- und Integrationsratswahlen 2025. Die Entwicklung ist damit weniger eine kurzfristige Reaktion auf die bevorstehende Landtagswahl als eine bereits vollzogene Anpassung, die nun auch 2027 zum Tragen kommt.
Der Begriff „Erfrischungsgeld“ wirkt angesichts von bis zu 120 Euro zunächst ungewöhnlich. Gemeint ist damit eine Aufwandsentschädigung für die ehrenamtliche Tätigkeit am Wahltag. Das Düsseldorfer Wahlhelfendenportal verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf Verpflegungs- und Fahrtaufwand.
Die Stadt bewegt sich mit ihren Zahlungen deutlich über den Beträgen, die in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich für die Landtagswahl vorgesehen sind. Nach der maßgeblichen Landesregelung können Vorsitzende eines Wahlvorstands 35 Euro erhalten, für die übrigen Mitglieder sind 30 Euro vorgesehen. Auch das nordrhein-westfälische Innenministerium nennt diese Größenordnung in seinen Informationen zur Landtagswahl 2027 und weist darauf hin, dass Kommunen darüber hinaus höhere Beträge zahlen können.
Düsseldorf macht davon deutlich Gebrauch. Bereits der niedrigste städtische Betrag von 60 Euro liegt über dem in der Landesregelung vorgesehenen Erfrischungsgeld.
Die Landeshauptstadt ist damit kein Sonderfall. Eine dpa-Erhebung zeigt, dass mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen höhere Aufwandsentschädigungen zahlen. Die Unterschiede zwischen den Kommunen sind allerdings erheblich.
Dortmund zahlt demnach 100 Euro an Beisitzende und 130 Euro an Wahlvorstehende. Dort gibt es zudem einen Hinweis darauf, dass das Interesse am Wahlehrenamt zuletzt gestiegen ist: Nach Angaben der Stadt erhöhte sich die Zahl der Bewerbungen bei der Kommunalwahl 2025 um rund 20 Prozent.
Ob sich dieser Effekt tatsächlich auf die höhere Vergütung zurückführen lässt, ist damit allein noch nicht belegt. Ebenso wenig lässt sich das Dortmunder Ergebnis auf Düsseldorf übertragen. Für die Landeshauptstadt liegen keine belastbaren Angaben vor, wonach die höheren Zahlungen bereits einen vergleichbaren Anstieg der Bewerbungen ausgelöst hätten.
Auch Aachen hat die Aufwandsentschädigung angehoben. Dort wurden die Zahlungen bereits zur Europawahl um jeweils zehn Euro auf 50 beziehungsweise 60 Euro erhöht. Münster verfolgt dagegen einen anderen Kurs und hält laut der dpa-Erhebung an 30 beziehungsweise 35 Euro fest.
Die Beispiele machen deutlich, wie unterschiedlich die Kommunen ihren finanziellen Spielraum nutzen. Während einige Städte eng an den vorgesehenen Landesbeträgen bleiben, setzen andere auf deutlich höhere Zahlungen. Düsseldorf gehört mit bis zu 120 Euro zur zweiten Gruppe.
Für die Stadt steht dabei eine praktische Frage im Mittelpunkt: Am Wahltag müssen genügend Menschen zur Verfügung stehen. Wahlvorstände lassen sich nicht beliebig verkleinern, und die Aufgaben müssen zuverlässig besetzt werden. Wenn die Bereitschaft zum Wahlehrenamt sinkt, wird die Gewinnung von Freiwilligen entsprechend wichtiger.
Das Erfrischungsgeld ist dabei nur ein Teil der Organisation. Aus den verfügbaren Angaben lässt sich nicht ableiten, welchen Anteil die Höhe der Entschädigung an der Entscheidung Einzelner hat, sich als Wahlhelfer zu melden. Die Stadt begründet das höhere Niveau jedoch ausdrücklich auch damit, den tatsächlichen Aufwand angemessener zu vergüten.
Für die kommende Landtagswahl zeichnet sich damit kein neuer finanzieller Sprung ab. Düsseldorf bleibt bei der Spanne, die bereits 2025 galt: Wahlhelfer erhalten je nach Funktion zwischen 60 und 120 Euro.
Der Unterschied wird vor allem im längerfristigen Vergleich sichtbar. Bei der Landtagswahl 2022 waren es noch 40 bis 100 Euro. Fünf Jahre später liegt das Erfrischungsgeld für Wahlhelfer jeweils 20 Euro höher. Gleichzeitig muss die Stadt rund 4.000 Menschen für den Wahltag gewinnen.
Ob die höhere Aufwandsentschädigung die Suche nach Ehrenamtlichen spürbar erleichtert, ist für Düsseldorf bislang nicht belastbar beziffert. Klar ist dagegen, was Freiwillige für den 25. April 2027 erwarten können: Die Stadt hält an ihrem erhöhten Erfrischungsgeld fest – und zahlt damit deutlich mehr als die Beträge, die in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich für Mitglieder von Wahlvorständen vorgesehen sind.
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