Ein großflächiger Waldbrand im Hürtgenwald hat die Behörden zur vollständigen Evakuierung des Ortsteils Gey gezwungen. Rund 2.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, während Einsatzkräfte am Freitag versuchten, ein weiteres Vorrücken der Flammen zu verhindern. Wie groß die betroffene Waldfläche tatsächlich ist und wann die Bewohner zurückkehren können, war zunächst weiter offen.

Hürtgenwald, 14. August 2026. Der Waldbrand im Hürtgenwald hat sich innerhalb weniger Stunden erheblich ausgeweitet. Nachdem bereits am Donnerstag wegen des Feuers eine Großschadenslage ausgerufen worden war, verschärfte sich die Situation in der Nacht zum Freitag. Am frühen Morgen begann die vollständige Evakuierung von Gey.

Am Nachmittag war die Gefahr für den Ort noch nicht gebannt. Nach Angaben des Kreises Düren befanden sich die Flammen zu diesem Zeitpunkt etwa 150 bis 200 Meter von Gey entfernt. Windrichtung und Windstärke beeinflussten die weitere Ausbreitung des Feuers – und damit auch die Frage, wann die Menschen in ihre Häuser zurückkehren können.

Waldbrand im Hürtgenwald: Gey vollständig evakuiert

Die Räumung des Ortsteils begann in den frühen Morgenstunden. Sämtliche Bewohner mussten Gey verlassen. Bei der Zahl der Betroffenen gibt es leichte Unterschiede zwischen den Quellen: Genannt werden etwa 1.800 bis mehr als 2.000 Menschen. Die Größenordnung von rund 2.000 Evakuierten gilt damit als belastbar.

Unter den Betroffenen waren auch pflegebedürftige Menschen. ZDFheute berichtete unter Berufung auf den Bürgermeister von Hürtgenwald von 15 Pflegebedürftigen, die in Sicherheit gebracht werden mussten.

Für die Evakuierten wurde zunächst ein Anlaufpunkt in Straß eingerichtet. Im weiteren Verlauf der Lage wurde dieser verlegt. Nach Angaben des Kreises Düren sollten Betroffene schließlich an der Förderschule Athenée Royal in Düren aufgenommen werden. Zugleich liefen Vorbereitungen für eine Unterbringung über Nacht, sollte eine Rückkehr nach Gey am Freitag nicht mehr möglich sein.

NADR Überblick

Das Wichtigste zusammengefasst

Ein großflächiger Waldbrand im Hürtgenwald hat zur vollständigen Evakuierung von Gey geführt. Rund 2.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, während die genaue Größe der Brandfläche noch nicht abschließend geklärt war.

Was ist passiert?
Der Waldbrand im Hürtgenwald hat sich innerhalb weniger Stunden erheblich ausgeweitet.
Wer ist betroffen?
Sämtliche Bewohner mussten Gey verlassen.
Was ist bestätigt?
Damit steht fest, dass der Waldbrand im Hürtgenwald eine Fläche von mindestens 200 Hektar erfasst hat.
Was bedeutet das?
Während des Brandes wurden nach Angaben des Kreises Düren Explosionen registriert.
Was ist noch offen?
Zur Entstehung des Feuers gibt es bislang keine belastbare behördliche Angabe.

Wann die Evakuierung aufgehoben werden kann, ließ sich zunächst nicht absehen. Ein Feuerwehrsprecher rechnete laut WDR mit Löscharbeiten, die sich über mehrere Tage erstrecken könnten.

Wie groß ist die Brandfläche im Hürtgenwald?

Bei der Größe des Waldbrands ergibt sich ein differenziertes Bild. Der Kreis Düren hatte am Freitagmorgen von rund 300 Hektar betroffener Fläche gesprochen. Diese Zahl lässt sich zum aktuellen Stand jedoch nicht als endgültige Bilanz behandeln.

Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium bestätigte gegenüber dem WDR am Nachmittag zunächst mindestens 200 Hektar. Ob die zuvor vom Kreis genannte Größenordnung von rund 300 Hektar tatsächlich erreicht wurde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt.

Damit steht fest, dass der Waldbrand im Hürtgenwald eine Fläche von mindestens 200 Hektar erfasst hat. Eine genaue Vermessung dürfte erst möglich sein, wenn sich die Lage stabilisiert und die Einsatzkräfte die betroffenen Bereiche zuverlässig erfassen können.

EvakuierungGey vollständig geräumt
Betroffene Menschenrund 2.000
Sicher bestätigte Brandflächemindestens 200 Hektar
Angabe des Kreises Dürenrund 300 Hektar
Entfernung der Flammen zu Gey am Nachmittagetwa 150 bis 200 Meter

Weltkriegsmunition macht den Löscheinsatz besonders schwierig

Die Größe des Feuers ist nicht das einzige Problem. Im betroffenen Waldgebiet liegt Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Während des Brandes wurden nach Angaben des Kreises Düren Explosionen registriert. Für die Einsatzkräfte bedeutet das ein zusätzliches, erhebliches Risiko.

Bestimmte Bereiche des Waldes können deshalb nicht ohne Weiteres zu Fuß betreten werden. Die Brandbekämpfung muss entsprechend angepasst werden. Mehrere Löschhubschrauber unterstützen die Kräfte am Boden aus der Luft. Hinzu kommen Wasserwerfer und mechanische Maßnahmen, mit denen Zugänge und Schneisen geschaffen werden sollen.

Auch die Bundeswehr unterstützt den Einsatz. Reuters berichtete von gepanzerten Fahrzeugen, die im schwer zugänglichen Gebiet eingesetzt wurden. Die besondere Belastung des Waldbodens durch alte Munition erschwert damit nicht nur das unmittelbare Löschen, sondern auch die Bewegung der Einsatzkräfte innerhalb des Brandgebiets.

Hunderte Kräfte im Einsatz

Der Waldbrand im Hürtgenwald bindet ein großes Aufgebot an Einsatzkräften. Der Kreis Düren meldete am Freitagmorgen mehr als 200 Kräfte vor Ort. Seit Ausbruch des Feuers seien insgesamt rund 300 Einsatzkräfte beteiligt gewesen; weitere Unterstützung wurde angefordert.

Neben den Feuerwehren sind Polizei, Technisches Hilfswerk und Hilfsorganisationen beteiligt. Hinzu kommen Bundeswehr sowie Kräfte aus Land- und Forstwirtschaft. Die Brandbekämpfung verteilt sich damit auf mehrere Ebenen: Löschen aus der Luft, Sicherung gefährdeter Bereiche, Versorgung der Evakuierten und Maßnahmen, die ein weiteres Vordringen der Flammen verhindern sollen.

Wind entscheidet mit über die weitere Ausbreitung

Wie sich der Waldbrand weiter entwickelt, hängt wesentlich von den Bedingungen vor Ort ab. Vor allem der Wind spielt eine entscheidende Rolle. Veränderungen bei Richtung und Stärke können beeinflussen, wohin sich das Feuer bewegt und wie schnell einzelne Bereiche erfasst werden.

Gerade für Gey ist diese Entwicklung entscheidend. Am Freitagnachmittag lag das Feuer nach Angaben des Kreises noch etwa 150 bis 200 Meter vom Ort entfernt. Solange die weitere Ausbreitung nicht zuverlässig gestoppt ist, bleibt eine Rückkehr der Bewohner mit Unsicherheiten verbunden.

Die Folgen des Feuers reichen inzwischen über das unmittelbare Brandgebiet hinaus. Rauch und Rauchniederschlag erreichten Teile der Stadt Düren. Der Kreis rief Bewohner betroffener Bereiche dazu auf, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der WDR berichtete außerdem, dass Brandgeruch noch in deutlich größerer Entfernung wahrgenommen wurde.

Sperrungen rund um das Einsatzgebiet

Der Großeinsatz hat auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Die B399 wurde im betroffenen Bereich gesperrt. Zudem wurden die Ausfahrten der A4 an den Anschlussstellen Düren und Langerwehe als Rettungszufahrten freigehalten. Die Autobahn selbst blieb nach Angaben des Kreises befahrbar.

Die Sperrungen sollen den Einsatzkräften ausreichend Raum für ihre Arbeit geben. Bei einer Lage dieser Größenordnung müssen nicht nur Löschfahrzeuge und Rettungskräfte bewegt werden. Auch die Versorgung des Einsatzgebiets und der Transport von Material müssen gewährleistet bleiben.

Ursache des Waldbrands weiterhin unbekannt

Zur Entstehung des Feuers gibt es bislang keine belastbare behördliche Angabe. Damit bleibt offen, wodurch der Waldbrand ausgelöst wurde. Aussagen über menschliches Verhalten, technische Ursachen oder andere mögliche Auslöser wären zum gegenwärtigen Zeitpunkt Spekulation.

Auch Erkenntnisse zu anderen Bränden in der Eifel lassen sich nicht auf den Waldbrand im Hürtgenwald übertragen. Für eine Bewertung der Ursache müssen die Untersuchungen zu diesem konkreten Feuer abgewartet werden.

Ebenso steht eine endgültige Schadensbilanz aus. Wie stark der Wald geschädigt wurde und welche Folgen das Feuer für die betroffenen Flächen haben wird, lässt sich während des laufenden Einsatzes noch nicht seriös bestimmen.

Außergewöhnliche Dimension – aber noch keine endgültige Bilanz

Schon die bisher bestätigten Zahlen zeigen die Dimension des Waldbrands im Hürtgenwald: mindestens 200 Hektar betroffene Fläche, ein vollständig evakuierter Ortsteil und rund 2.000 Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten. Hinzu kommt die Gefahr durch Weltkriegsmunition, die den Löscheinsatz erheblich erschwert.

Nach Angaben des WDR hält das NRW-Landwirtschaftsministerium es für möglich, dass es sich um den größten Waldbrand in Nordrhein-Westfalen seit Beginn entsprechender Erfassungen handelt. Eine endgültige Einordnung wäre jedoch verfrüht, solange die tatsächliche Brandfläche noch nicht abschließend bestimmt ist.

Für Gey bleibt deshalb zunächst die unmittelbare Lage entscheidend. Die Einsatzkräfte müssen verhindern, dass das Feuer weiter auf den Ort vorrückt, während gleichzeitig große Waldflächen gesichert und gelöscht werden. Erst wenn diese Gefahr beherrscht ist, kann entschieden werden, wann die Evakuierten zurückkehren können. Bis dahin bleibt der Waldbrand im Hürtgenwald ein laufender Großeinsatz mit offenem Ausgang.