Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. Nach aktuellen Regierungsdaten sind inzwischen mehr als 5.000 Infektionen bestätigt, zugleich meldet die Weltgesundheitsorganisation erstmals Fälle in sieben weiteren Gesundheitszonen innerhalb ihres jüngsten Berichtszeitraums. Die Epidemie erfasst damit immer mehr Landesteile – während Konflikte, Vertreibung und Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen die Eindämmung erschweren.

Kinshasa, 19. August 2026. Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat sich weiter verschärft. Bis zum 16. August waren nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden 5.021 Infektionen bestätigt. 2.378 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit der Erkrankung. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC führt diesen Datenstand.

Parallel dazu weitet sich die Epidemie geografisch aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt in ihrem jüngsten Wochenbericht sieben Gesundheitszonen, in denen im betreffenden Berichtszeitraum erstmals bestätigte Ebola-Fälle festgestellt wurden. Betroffen sind Gombari in Haut-Uélé, Lubero in Nord-Kivu, Bafwasende, Kabondo, Tshopo und Wanie-Rukula in der Provinz Tshopo sowie Buta in Bas-Uélé.

Ebola erreicht weitere Gesundheitszonen in der DR Kongo

Die Zahl der sieben neu erfassten Gesundheitszonen braucht allerdings eine genaue Einordnung. Sie bedeutet nicht, dass sich die Gesamtzahl der betroffenen Gebiete gegenüber dem zuletzt veröffentlichten WHO-Stand einfach um sieben erhöht hat. Zum 12. August hatte die WHO bereits 54 betroffene Gesundheitszonen in sechs Provinzen ausgewiesen. Neuere Angaben auf Grundlage des kongolesischen Gesundheitsministeriums nennen inzwischen 55 Gesundheitszonen.

Der Unterschied erklärt sich aus den verschiedenen Berichtszeiträumen. Der aktuelle WHO-Wochenbericht beschreibt jene Gebiete, in denen innerhalb des betrachteten Zeitfensters erstmals bestätigte Ebola-Infektionen registriert wurden. Einige dieser Zonen tauchten bereits in späteren kumulierten Gesamtständen auf. Für die Bewertung der Epidemie ist deshalb entscheidend, die jeweiligen Stichtage nicht miteinander zu vermischen.

Das Zentrum des Ausbruchs liegt weiterhin in der Provinz Ituri. Nach Angaben der WHO entfielen beim Datenstand vom 12. August rund 85 Prozent der bestätigten Fälle und etwa 79 Prozent der Todesfälle auf diese Region. Der ursprüngliche Schwerpunkt lag in der Gesundheitszone Mongbwalu.

NADR Überblick

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat mehr als 5.000 bestätigte Infektionen erreicht und breitet sich geografisch weiter aus. Die WHO meldet neue betroffene Gesundheitszonen und bewertet das Risiko einer weiteren Ausbreitung im Land als sehr hoch.

Was ist passiert?
Bis zum 16. August waren nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden 5.021 Infektionen bestätigt.
Was ist bestätigt?
Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt in ihrem jüngsten Wochenbericht sieben Gesundheitszonen, in denen im betreffenden Berichtszeitraum erstmals bestätigte Ebola-Fälle festgestellt wurden.
Wo?
Das Zentrum des Ausbruchs liegt weiterhin in der Provinz Ituri.
Was bedeutet das?
Das Risiko einer weiteren Ausbreitung innerhalb der Demokratischen Republik Kongo bewertet die Organisation als sehr hoch.
Wer ist betroffen?
Bis zum 9. August waren nach WHO-Daten mindestens 155 Beschäftigte des Gesundheitswesens mit dem Virus infiziert worden.
Was gilt konkret?
Für Infektionen mit dem Bundibugyo-Virus gibt es derzeit weder einen zugelassenen spezifischen Impfstoff noch eine zugelassene spezifische Therapie.

Mehr als 5.000 bestätigte Ebola-Fälle

Die Demokratische Republik Kongo hatte den Ausbruch am 15. Mai offiziell bekanntgegeben. Es ist der 17. Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes. Verursacht wird die aktuelle Epidemie durch das Bundibugyo-Virus, eine Variante innerhalb der Gruppe der Ebola-Viren.

Nur zwei Tage nach der offiziellen Bekanntgabe erklärte die WHO den Ausbruch zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite. Seitdem sind die Fallzahlen deutlich gestiegen. Der Stand von mehr als 5.000 bestätigten Infektionen macht die Dimension des aktuellen Ebola-Ausbruchs deutlich.

Damit hat die Epidemie frühere Ausbrüche in der DR Kongo bereits übertroffen. Zwischen 2018 und 2020 waren nach WHO-Angaben 3.317 Ebola-Fälle registriert worden. Der derzeitige Ausbruch ist damit der größte in der Geschichte des zentralafrikanischen Landes.

Global bleibt die Ebola-Epidemie in Westafrika zwischen 2014 und 2016 der bislang größte bekannte Ausbruch. Damals wurden mehr als 28.000 Fälle registriert, mehr als 11.000 Menschen starben.

WHO spricht vom zweitgrößten Ebola-Ausbruch weltweit

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus ordnete die aktuelle Lage am 18. August als zweitgrößten Ebola-Ausbruch weltweit ein. Nach Angaben der WHO entwickelt sich die Epidemie zudem schneller als frühere Ausbrüche.

Das Risiko einer weiteren Ausbreitung innerhalb der Demokratischen Republik Kongo bewertet die Organisation als sehr hoch. Auch für angrenzende Staaten mit engem epidemiologischen Bezug besteht ein erhöhtes Risiko. Auf globaler Ebene wird die Gefahr dagegen weiterhin als niedrig eingestuft.

Allgemeine Reise- oder Handelsbeschränkungen empfiehlt die WHO derzeit nicht. Entscheidend bleibt aus Sicht der Gesundheitsbehörden vielmehr, Infektionsketten möglichst früh zu erkennen und Kontakte konsequent nachzuverfolgen.

Konflikte erschweren die Eindämmung

Gerade das ist in Teilen der DR Kongo schwierig. Bewaffnete Konflikte, Vertreibungen und eine hohe Mobilität der Bevölkerung erschweren die medizinische Versorgung und die epidemiologische Kontrolle. Hinzu kommt, dass Helfer manche Regionen nur eingeschränkt oder unter erheblichen Sicherheitsrisiken erreichen können.

Nach Angaben der WHO wurden seit der Erklärung des internationalen Gesundheitsnotstands bis zum 12. August zwölf Angriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens registriert. Weitere Vorfälle wurden zu diesem Zeitpunkt noch überprüft. Solche Angriffe treffen nicht nur Krankenhäuser und Behandlungszentren, sondern schwächen auch die ohnehin belasteten Strukturen zur Eindämmung von Ebola.

Auch medizinisches Personal stark betroffen

Besonders deutlich zeigt sich die Belastung beim Gesundheitspersonal. Bis zum 9. August waren nach WHO-Daten mindestens 155 Beschäftigte des Gesundheitswesens mit dem Virus infiziert worden. 45 von ihnen starben.

Damit betrifft die Epidemie ausgerechnet jene Berufsgruppen, die für Isolation, Versorgung und Kontaktverfolgung entscheidend sind. Jede Infektion unter medizinischem Personal kann die Behandlungskapazitäten zusätzlich verringern und zugleich neue Infektionsketten begünstigen.

Für Bundibugyo-Ebola fehlt bislang eine zugelassene spezifische Therapie

Für Infektionen mit dem Bundibugyo-Virus gibt es derzeit weder einen zugelassenen spezifischen Impfstoff noch eine zugelassene spezifische Therapie. Die WHO begleitet deshalb klinische Studien zu möglichen Impfstoffen und Medikamenten.

Im Juli begann eine entsprechende Therapiestudie. Anfang August waren nach Angaben der Organisation bereits mehr als 100 bestätigte Erkrankte eingeschlossen. Welche Bedeutung diese Studien für die laufende Eindämmung haben werden, ist derzeit noch offen.

Ebola wird vor allem durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter oder verstorbener Menschen übertragen. Auch kontaminierte Gegenstände können eine Rolle spielen. Erkrankte gelten vor dem Auftreten von Symptomen nicht als ansteckend. Die Inkubationszeit liegt nach WHO-Angaben typischerweise zwischen zwei und 21 Tagen.

Geografische Ausbreitung bleibt der entscheidende Faktor

Die jüngsten Meldungen zeigen, dass der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo längst nicht mehr nur ein lokales Geschehen ist. Mit mehr als 5.000 bestätigten Fällen und neuen Nachweisen in weiteren Gesundheitszonen wächst der Druck auf Behörden und internationale Hilfsorganisationen.

Wie sich die Epidemie weiter entwickelt, hängt nun vor allem davon ab, ob neue Infektionsketten früh genug erkannt und unterbrochen werden können. Gerade in Regionen mit bewaffneten Konflikten und eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung bleibt das eine schwierige Aufgabe. Die sieben im jüngsten WHO-Berichtszeitraum erstmals betroffenen Gesundheitszonen sind deshalb weniger eine isolierte Zahl als ein Hinweis darauf, dass sich Ebola in der Demokratischen Republik Kongo weiter ausbreitet.