Landtagswahl NRW 2027
NRW-Umfrage: CDU nur noch fünf Punkte vor der AfD – Schwarz-Grün ohne Mehrheit

Landtagswahl NRW 2027

Die CDU verliert in Nordrhein-Westfalen laut einer neuen INSA-Umfrage acht Prozentpunkte und fällt auf 26 Prozent. Die AfD erreicht 21 Prozent und liegt damit nur noch fünf Punkte hinter der Partei von Ministerpräsident Hendrik Wüst. Gut sechs Monate vor der Landtagswahl zeichnet sich damit auch für die schwarz-grüne Landesregierung eine schwierige Ausgangslage ab.
Düsseldorf, 16. Oktober 2026. Die CDU bleibt in Nordrhein-Westfalen stärkste Partei, doch ihr Vorsprung schmilzt. In einer neuen Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA erreichen die Christdemokraten nur noch 26 Prozent. Gegenüber der vorherigen Erhebung des Instituts ist das ein Rückgang um acht Prozentpunkte. Gleichzeitig verbessert sich die AfD auf 21 Prozent und rückt damit bis auf fünf Punkte an die Regierungspartei heran.
Die Zahlen stammen aus einer Befragung im Auftrag der Bild-Zeitung, über deren Ergebnisse auch die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Zwischen dem 6. und 13. Oktober wurden 1.000 Menschen befragt. Für Ministerpräsident Hendrik Wüst ist das Ergebnis vor allem deshalb bemerkenswert, weil nicht nur der Abstand zur AfD deutlich kleiner geworden ist. Auch die bisherige Regierungsmehrheit von CDU und Grünen wäre bei einem entsprechenden Wahlergebnis verloren.
Die NRW-Umfrage fällt in eine politisch wichtige Phase. Am 25. April 2027 wird im bevölkerungsreichsten Bundesland ein neuer Landtag gewählt. Bis dahin bleiben gut sechs Monate. Ob sich die aktuellen Kräfteverhältnisse verfestigen, ist offen. Die Zahlen zeigen jedoch, wie stark sich die Ausgangslage gegenüber früheren Befragungen verändert hat.
Besonders deutlich wird die Verschiebung beim Blick auf die beiden stärksten Parteien. Die CDU hatte in der vorherigen INSA-Erhebung noch 34 Prozent erreicht. Nun liegt sie bei 26 Prozent. Die AfD verbessert sich im selben Vergleich von 17 auf 21 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Parteien schrumpft damit von 17 auf fünf Prozentpunkte.
Hinter CDU und AfD folgt die SPD mit 18 Prozent. Die Sozialdemokraten bleiben gegenüber der vorherigen Befragung unverändert. Die Grünen gewinnen einen Prozentpunkt hinzu und erreichen 16 Prozent. Die Linke verbessert sich ebenfalls um einen Punkt auf zehn Prozent.
Deutlich schwieriger stellt sich die Lage für die kleineren Parteien dar. Die FDP kommt auf vier Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht auf drei Prozent. Beide würden bei einem entsprechenden Wahlergebnis an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die Linke läge dagegen klar darüber.
| Partei | Aktueller Wert | Veränderung |
|---|---|---|
| CDU | 26 % | −8 Punkte |
| AfD | 21 % | +4 Punkte |
| SPD | 18 % | Unverändert |
| Grüne | 16 % | +1 Punkt |
| Linke | 10 % | +1 Punkt |
| FDP | 4 % | Unverändert |
| BSW | 3 % | Kein gesicherter Vergleich |
Die Veränderungen beziehen sich ausschließlich auf die vorherige INSA-Befragung. Sie beschreiben nicht den Unterschied zum Ergebnis der Landtagswahl 2022. Diese Abgrenzung ist wichtig, weil der Rückgang um acht Prozentpunkte andernfalls als längerfristiger Wahlverlust missverstanden werden könnte.
Mit 21 Prozent nimmt die AfD in der aktuellen NRW-Umfrage den zweiten Platz ein. Sie liegt drei Punkte vor der SPD und fünf vor den Grünen. Während die CDU weiterhin führt, hat sich der Abstand zwischen den beiden stärksten Parteien erheblich verringert.
Die CDU erreicht in einer INSA-Umfrage für Nordrhein-Westfalen 26 Prozent und liegt nur noch fünf Prozentpunkte vor der AfD. CDU und Grüne hätten nach diesen Umfragewerten keine eigene parlamentarische Mehrheit.
Welche Wählerbewegungen hinter dieser Entwicklung stehen, lässt sich aus der Sonntagsfrage nicht bestimmen. Insbesondere wäre es unzulässig, den Rückgang der CDU unmittelbar als Stimmengewinn der AfD zu interpretieren. Die Erhebung dokumentiert Parteipräferenzen zu einem bestimmten Zeitpunkt, aber keine individuellen Wechsel zwischen den Parteien.
Auch über die Gründe für die schwächeren CDU-Werte geben die veröffentlichten Zahlen keine eindeutige Auskunft. Ob landespolitische Entscheidungen, bundespolitische Entwicklungen oder andere Faktoren eine Rolle spielen, bleibt ungeklärt. Eine belastbare Ursachenanalyse lässt sich aus den Ergebnissen allein nicht ableiten.
Für die Landesregierung ist der Blick auf die möglichen Mehrheitsverhältnisse mindestens ebenso bedeutsam wie das Abschneiden der einzelnen Parteien. CDU und Grüne regieren Nordrhein-Westfalen seit 2022 gemeinsam. In der aktuellen Befragung kommen sie zusammen auf 42 Prozent.
Das würde unter Berücksichtigung der Parteien, die nach diesen Werten voraussichtlich in den Landtag einziehen, nicht für eine eigene parlamentarische Mehrheit reichen. Eine Fortsetzung der bisherigen Koalition wäre auf Grundlage dieser Umfragewerte rechnerisch nicht möglich.
Damit stellt sich bereits Monate vor der Wahl die Frage nach den künftigen Regierungsoptionen. Eine Antwort liefert die Befragung allerdings nicht. Die Zusammensetzung des nächsten Landtags hängt vom tatsächlichen Wahlergebnis ab. Erst daraus ergibt sich, welche parlamentarischen Mehrheiten möglich sind.
Für Wüst bleibt die CDU trotz des deutlichen Rückgangs die stärkste politische Kraft. Der Anspruch, die nächste Landesregierung anzuführen, lässt sich aus dieser Position jedoch nicht automatisch ableiten. Entscheidend wird sein, welche Mehrheiten nach dem 25. April 2027 zustande kommen.
Die aktuelle NRW-Umfrage ist nicht die einzige Erhebung, die auf veränderte Kräfteverhältnisse hinweist. Bereits im Juni hatte Infratest dimap die CDU bei 32 Prozent und die AfD bei 17 Prozent gesehen. Eine Forsa-Befragung vom September wies für die Christdemokraten 29 Prozent und für die AfD 22 Prozent aus.
Damit zeigen auch diese Untersuchungen eine CDU unter früheren Umfragewerten und eine AfD, die deutlich stärker abschneidet als noch in älteren Erhebungen. Allerdings unterscheiden sich die konkreten Ergebnisse. Bei Forsa lag die AfD im September sogar einen Prozentpunkt über ihrem aktuellen INSA-Wert.
Die Befragungen verschiedener Institute lassen sich deshalb nicht wie eine einzige fortlaufende Messreihe behandeln. Unterschiedliche Erhebungsverfahren, Gewichtungen und Befragungszeiträume können die Resultate beeinflussen. Für die Bewertung des CDU-Rückgangs um acht Prozentpunkte ist der Vergleich innerhalb derselben INSA-Reihe aussagekräftiger als eine unmittelbare Gegenüberstellung verschiedener Institute.
Am Sonntag, dem 25. April 2027, entscheiden die Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen über die Zusammensetzung des nächsten Landtags. Der Termin wurde von der Landesregierung festgelegt und im März 2026 amtlich veröffentlicht.
Die Wahl bringt zudem eine Änderung beim Wahlrecht. Erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige an einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen teilnehmen. Damit wird die Gruppe der Wahlberechtigten gegenüber der vorherigen Wahl erweitert.
Welche Auswirkungen das auf die Stimmenverteilung haben könnte, lässt sich aus der aktuellen INSA-Erhebung nicht ableiten. Die veröffentlichten Ergebnisse erlauben keine gesonderte Bewertung des Wahlverhaltens dieser jüngeren Altersgruppe.
Politisch relevant ist vor allem der zeitliche Abstand zur Wahl. Die Parteien haben noch mehrere Monate vor sich, in denen sich politische Einstellungen und Wahlabsichten verändern können. Die jetzigen Werte sind daher eine Bestandsaufnahme, keine Vorhersage des Wahlausgangs.
Die INSA-Erhebung wurde zwischen dem 6. und 13. Oktober online durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.000 Befragte teil. Die angegebene statistische Fehlertoleranz beträgt ungefähr 3,1 Prozentpunkte.
Bei der Interpretation solcher Zahlen muss zwischen gemessenen Veränderungen und tatsächlichen Verschiebungen innerhalb der gesamten Wählerschaft unterschieden werden. Umfragen beruhen auf Stichproben. Ihre Ergebnisse unterliegen statistischen Unsicherheiten und können außerdem durch die jeweilige Erhebungsmethode beeinflusst werden.
Der Rückgang der CDU von 34 auf 26 Prozent ist innerhalb der beiden INSA-Erhebungen deutlich. Er belegt jedoch nicht, dass innerhalb der gesamten Wählerschaft exakt acht Prozentpunkte an Unterstützung verloren gegangen sind. Ebenso wenig bedeutet der aktuelle Wert von 21 Prozent für die AfD, dass dieses Ergebnis bei der Landtagswahl erreicht wird.
Eine Sonntagsfrage misst die Wahlabsicht zum Zeitpunkt der Befragung. Sie ersetzt weder eine Wahl noch eine Prognose, die alle Entwicklungen bis zum Wahltag zuverlässig erfassen könnte.
Die neue NRW-Umfrage verändert nicht die politischen Mehrheiten im amtierenden Landtag. Sie zeigt aber, wie viel enger der Wettbewerb zwischen CDU und AfD in der aktuellen INSA-Erhebung geworden ist. Aus einem Vorsprung von 17 Prozentpunkten sind fünf geworden. Gleichzeitig hätte die schwarz-grüne Regierungskoalition nach den gemessenen Parteianteilen keine eigene Mehrheit mehr.
Für die CDU und Ministerpräsident Hendrik Wüst sind das zwei unterschiedliche Herausforderungen: den Vorsprung als stärkste Partei zu behaupten und zugleich eine tragfähige Regierungsmehrheit zu ermöglichen. Welche Konstellationen dafür nach der Wahl infrage kommen, bleibt offen.
Bis April 2027 können weitere Umfragen zeigen, ob sich die Entwicklung bestätigt oder wieder verändert. Die aktuelle Erhebung liefert dafür einen klaren Ausgangspunkt: Die CDU führt weiterhin, doch ihr Abstand zur AfD ist deutlich kleiner als zuvor. Ob daraus eine dauerhafte Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse in Nordrhein-Westfalen wird, entscheiden letztlich die Wähler.
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