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Ladeinfrastruktur im Vergleich

Stuttgart führt Deutschland-Ranking bei öffentlichen E-Ladepunkten an

Elektroauto an öffentlichen E-Ladepunkten auf einem neutralen Parkplatz.
Symbolbild: KI-generiert. Der Ausbau öffentlicher E-Ladepunkte schreitet voran – Stuttgart weist im bundesweiten Städtevergleich eine besonders hohe Ladepunktdichte auf.

Stuttgart hat unter Deutschlands kreisfreien Städten die höchste Dichte öffentlich zugänglicher E-Ladepunkte. Auch der Landkreis Böblingen gehört bundesweit zur Spitzengruppe, muss sich im aktuellen Vergleich allerdings Mettmann geschlagen geben. Zugleich zeigt die Statistik, wie rasant das öffentliche Ladenetz wächst – und warum ein Spitzenplatz allein noch wenig über den Ladealltag aussagt.

Stuttgart, 5. Oktober 2026. In kaum einer anderen deutschen Großstadt ist das öffentliche Ladenetz so dicht wie in Stuttgart. Auf 100 Quadratkilometer kommen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt 2.107 öffentlich zugängliche E-Ladepunkte. Damit führt Stuttgart die aktuelle Auswertung für die 107 kreisfreien Städte mit deutlichem Abstand an.

Die Zahlen beruhen auf dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur mit Datenstand 1. September 2026. Gegenüber Juli 2025 ist die Ladepunktdichte in Stuttgart um zwölf Prozent gestiegen. Auch im benachbarten Landkreis Böblingen ging der Ausbau voran: Dort werden inzwischen 328 öffentliche Ladepunkte je 100 Quadratkilometer ausgewiesen, 19 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum.

Für Böblingen reicht das allerdings nicht mehr für Platz eins. Unter den Landkreisen liegt inzwischen Mettmann in Nordrhein-Westfalen vorn.

E-Ladepunkte in Stuttgart: Großer Abstand zu anderen Städten

Wie deutlich Stuttgart bei der Ladepunktdichte herausragt, zeigt der Blick auf die folgenden Plätze. Regensburg kommt auf 1.452 öffentliche E-Ladepunkte je 100 Quadratkilometer, München auf 1.179. Beide Städte steigerten ihren Wert gegenüber Juli 2025 um jeweils 19 Prozent – der Abstand zur baden-württembergischen Landeshauptstadt bleibt dennoch erheblich.

Die Rangliste verlangt allerdings eine genaue Lesart. Gemessen wird nicht die absolute Zahl der Ladesäulen oder Anschlüsse, sondern die Zahl der öffentlichen E-Ladepunkte im Verhältnis zur Fläche. Die Aussage, Stuttgart verfüge über die meisten Ladepunkte Deutschlands, lässt sich daraus nicht ableiten. Belegt ist vielmehr: Unter den kreisfreien Städten besitzt Stuttgart derzeit das dichteste registrierte öffentliche Ladenetz.

Für eine vergleichsweise kompakte Großstadt ist diese Kennzahl besonders aussagekräftig, wenn es um die räumliche Verfügbarkeit der Infrastruktur geht. Sie beantwortet jedoch nicht automatisch die Frage, wie schnell ein Ladepunkt erreichbar ist, wie stark einzelne Standorte ausgelastet sind oder welche Ladeleistung dort zur Verfügung steht.

Böblingen verliert den Spitzenplatz an Mettmann

Ähnlich stark ist die Position des Landkreises Böblingen. Mit 328 öffentlichen E-Ladepunkten je 100 Quadratkilometer liegt der Kreis bundesweit auf Rang zwei der 294 untersuchten Landkreise.

Den Spitzenplatz hält aktuell der Kreis Mettmann. Dort werden 344 Ladepunkte je 100 Quadratkilometer ausgewiesen. Besonders auffällig ist das Tempo des Ausbaus: Gegenüber Juli 2025 nahm der Wert in Mettmann um 40 Prozent zu. Auf Rang drei folgt der Main-Taunus-Kreis mit 281 Ladepunkten je 100 Quadratkilometer und einem Plus von 15 Prozent.

Damit ergibt sich für die Region Stuttgart ein differenziertes Bild. Stuttgart selbst führt seinen Städtevergleich an. Böblingen gehört bei den Landkreisen ebenfalls zur absoluten Spitzengruppe, ist derzeit aber nicht die Nummer eins.

Diese Unterscheidung ist relevant, weil in frühen Veröffentlichungen zur Statistik teilweise noch eine Spitzenposition Böblingens genannt wurde. Die aktuelleren Werte sehen Mettmann vorne. Für die Einordnung der Ladeinfrastruktur bleibt Böblingens zweiter Platz dennoch bemerkenswert – zumal die Dichte dort innerhalb des Vergleichszeitraums weiter gestiegen ist.

Mehr als 209.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland

Die Entwicklung in Stuttgart und Böblingen steht nicht für sich. Bundesweit wächst die öffentliche Ladeinfrastruktur kräftig. Zum 1. September 2026 waren nach der zugrunde liegenden Auswertung gut 209.000 öffentliche Ladepunkte registriert. Gegenüber Juli 2025 entspricht das einem Zuwachs von rund 24 Prozent.

Gut 150.000 davon sind Normalladepunkte, knapp 59.000 werden als Schnellladepunkte geführt. Gerade das Verhältnis zwischen beiden Kategorien ist für den praktischen Nutzen des Ladenetzes wichtig. Ein dichteres Netz schafft zunächst mehr Möglichkeiten zum Nachladen; Schnellladepunkte ermöglichen darüber hinaus deutlich kürzere Ladestopps als herkömmliche Anschlüsse.

Die Bundesnetzagentur weist bei ihren Daten allerdings auf eine Einschränkung hin: Das Register bildet nicht zwangsläufig sämtliche öffentlich zugänglichen Ladeeinrichtungen in Deutschland vollständig ab. Die gesetzlichen Vorgaben ermöglichen keine lückenlose Erfassung aller vorhandenen Angebote.

Die aktuellen Ranglisten sind deshalb als Vergleich der registrierten öffentlichen Ladeinfrastruktur zu verstehen. Für Stuttgart ändert dieser methodische Vorbehalt nichts an der ausgewiesenen Spitzenposition innerhalb der verwendeten Datengrundlage.

Stuttgart plant bereits die nächste Ausbaustufe

Der hohe Wert kommt nicht überraschend. Stuttgart baut seine Ladeinfrastruktur seit Jahren aus. Nach Angaben der Landeshauptstadt gab es bereits im März 2026 insgesamt 4.001 öffentlich zugängliche Ladepunkte im Stadtgebiet. Darunter waren 186 Schnellladepunkte.

Ein Teil davon befindet sich unmittelbar im öffentlichen Straßenraum. Rund 500 Ladesäulen mit etwa 1.000 Ladepunkten stehen nach Angaben der Stadt auf städtischen Flächen am Straßenrand. Hinzu kommen öffentlich zugängliche Angebote unter anderem in Tiefgaragen, auf Parkplätzen und an Tankstellen.

Die nächste Ausbauphase ist bereits vorgesehen. Der Stuttgarter Gemeinderat hat den Aufbau weiterer 500 Ladesäulen beschlossen. Eine weitere Vergabe für neue Standorte soll nach Angaben der Stadt 2026 erfolgen.

Damit dürfte sich das Netz weiter verändern. Ob Stuttgart seinen großen Vorsprung bei der Ladepunktdichte dauerhaft halten kann, hängt allerdings nicht allein vom eigenen Ausbau ab. Regensburg, München und andere Städte legen ebenfalls zu.

Mehr als 35.000 öffentliche Ladepunkte in Baden-Württemberg

Auch auf Landesebene wächst die Ladeinfrastruktur. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg bezifferte die Zahl der öffentlichen Ladepunkte zum 1. Juli 2026 auf mehr als 35.000.

Bei der absoluten Zahl liegt Baden-Württemberg dennoch nicht an der Spitze der Bundesländer. Die Landesagentur e-mobil BW wies zum 1. Juni 2026 insgesamt 35.137 öffentliche Ladepunkte aus. Nordrhein-Westfalen kam zu diesem Zeitpunkt auf 40.632, Bayern auf 39.341.

Der Ausbau wird weiterhin öffentlich gefördert. Baden-Württemberg hat das Programm Charge@BW im Juni 2026 wieder für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur geöffnet. Vorgesehen sind Zuschüsse von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben, begrenzt auf maximal 2.500 Euro je öffentlich zugänglichem Ladepunkt.

Das Land kann dabei auf eine bereits vorhandene Grundstruktur aufbauen. Seit 2019 besteht das sogenannte SAFE-Netz, mit dem eine flächendeckende Grundversorgung für Elektroautos geschaffen wurde. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Ausbau inzwischen weit über diese Grundversorgung hinaus entwickelt hat.

Warum die Zahl der Ladepunkte nicht alles sagt

Die Rangliste liefert einen prägnanten Vergleich, hat aber Grenzen. Ein Landkreis mit geringer Fläche erreicht bei derselben absoluten Zahl öffentlicher E-Ladepunkte eine höhere Dichte als ein großflächiger Kreis. Auch Einwohnerzahl, Fahrzeugbestand und tatsächliche Nachfrage bleiben bei der Kennzahl Ladepunkte je 100 Quadratkilometer außen vor.

Für den Alltag von E-Autofahrern kommen weitere Faktoren hinzu: Wie verteilen sich die Stationen über das Stadtgebiet? Wie viele Schnellladepunkte stehen zur Verfügung? Wie stark sind einzelne Standorte ausgelastet? Die reine Flächendichte beantwortet diese Fragen nicht.

Gerade die Verschiebung an der Spitze der Landkreis-Rangliste zeigt zudem, wie schnell sich solche Vergleiche verändern können. Werden größere Ladeparks eröffnet oder viele neue Ladepunkte innerhalb kurzer Zeit registriert, kann sich die Reihenfolge verschieben. Mettmanns Zuwachs von 40 Prozent innerhalb des betrachteten Zeitraums ist dafür ein Beispiel.

Stuttgart bleibt beim öffentlichen Laden die deutsche Nummer eins

Für Stuttgart ist der aktuelle Befund dennoch klar: Mit 2.107 öffentlichen E-Ladepunkten je 100 Quadratkilometer führt die Landeshauptstadt den Vergleich der kreisfreien Städte mit deutlichem Abstand an. Gleichzeitig soll das Netz weiter wachsen.

Böblingen unterstreicht die starke Stellung der Region, auch wenn der Landkreis seinen Spitzenplatz an Mettmann abgegeben hat. Mit Rang zwei und einem Zuwachs von 19 Prozent bleibt Böblingen bundesweit weit vorne.

Die entscheidende Entwicklung spielt sich deshalb weniger auf dem Siegerpodest einer einzelnen Statistik ab. Deutschlandweit entstehen neue Ladepunkte in hohem Tempo, und Stuttgart startet aus einer außergewöhnlich starken Position in die nächste Ausbauphase. Wie lange der Vorsprung hält, wird sich daran entscheiden, wie schnell andere Städte nachziehen – und wie konsequent Stuttgart sein bereits dichtes Ladenetz weiterentwickelt.

Quellen

  1. LadesäulenkarteBundesnetzagentur
  2. Fragen rund um ElektromobilitätLandeshauptstadt Stuttgart
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