Neuer Pontifex: Datum des Konklaves zur Papstwahl bekanntgegeben


Der Begriff „Konklave“ stammt vom lateinischen cum clave – „mit dem Schlüssel“. Er beschreibt die Praxis, die Kardinäle während der Papstwahl unter Verschluss zu halten, um äußere Einflüsse zu verhindern. Das Konklave ist also eine Versammlung der wahlberechtigten Kardinäle (unter 80 Jahre alt), die im Geheimen den neuen Papst bestimmen.
Nach dem Tod oder Rücktritt eines Papstes beginnt eine Sedisvakanz – der „leere Stuhl Petri“. Während dieser Zeit ruht die Leitung der Kirche. Der Kardinalskollegium übernimmt die Verwaltung der täglichen Geschäfte.
Der Ort des Konklaves ist traditionell die Sixtinische Kapelle. Bevor das Konklave beginnt, wird sie speziell vorbereitet:
Abhörsichere Maßnahmen
Abschirmung der Teilnehmer von der Außenwelt
Wohnräume für die Kardinäle im „Domus Sanctae Marthae“ (Gästehaus)
Einzug und Eid Die wahlberechtigten Kardinäle ziehen feierlich in die Sixtinische Kapelle ein. Dort legen sie einen Eid ab, absolute Verschwiegenheit zu bewahren.
„Extra omnes“ Sobald alle Nicht-Beteiligten die Kapelle verlassen haben, ruft der Zeremonienmeister: „Extra omnes!“ – „Alle raus!“. Ab diesem Moment beginnt das eigentliche Konklave.
Stimmabgabe Jeder Kardinal schreibt auf einem Stimmzettel (scheda) handschriftlich den Namen seines Wunschkandidaten. Die Stimmzettel werden einzeln eingesammelt und öffentlich verlesen – ohne Namensnennung des Wählers.
Auszählung Für eine gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Bei 120 wahlberechtigten Kardinälen bedeutet das mindestens 80 Stimmen für einen Kandidaten.
Rauchzeichen Nach jeder Abstimmung werden die Stimmzettel verbrannt:
Schwarzer Rauch (fumata nera) = Kein Ergebnis
Weißer Rauch (fumata bianca) = Ein neuer Papst wurde gewählt
Zusätzlich wird seit 2005 auch die Petersglocke geläutet, um das Ergebnis zweifelsfrei zu signalisieren.
Annahme der Wahl Hat ein Kardinal die erforderliche Mehrheit erreicht, wird er gefragt:
„Acceptasne electionem?“ – „Nimmst du die Wahl an?“
Bei Zustimmung folgt:
„Quo nomine vis vocari?“ – „Welchen Namen willst du tragen?“
Der neue Papst nimmt einen Papstnamen an – meist in Anlehnung an seine Vorbilder oder programmatisch gewählt.
Habemus Papam Der neue Papst kleidet sich in die vorbereitete weiße Soutane und erscheint wenig später auf dem Balkon des Petersdoms. Dort verkündet der Kardinalprotodiakon:
„Habemus Papam!“ – „Wir haben einen Papst!“
Anschließend gibt der neue Pontifex seinen ersten apostolischen Segen: Urbi et Orbi – „der Stadt und dem Erdkreis“.
Es gibt keine festgelegte Dauer. Ein Konklave kann wenige Tage oder auch mehrere Wochen dauern. Das längste in der Geschichte dauerte von 1268 bis 1271 – mehr als zwei Jahre.
Im modernen Ablauf finden täglich zwei Wahlgänge am Vormittag und zwei am Nachmittag statt. Nach drei Tagen folgen Gebets- und Besinnungstage, bevor es weitergeht.
Theoretisch jeder getaufte männliche Katholik – praktisch wird jedoch seit Jahrhunderten stets ein Kardinal gewählt. Sollte jemand gewählt werden, der kein Bischof ist, wird er umgehend zum Bischof geweiht.
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