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Neue Sicherheitsregeln an Bord Lufthansa führt Powerbank-Verbot an Bord ein – neue Regeln für Flüge und politische Klarstellung

In Aktuelles
Januar 17, 2026

17. Januar 2026 – Ein leises Surren, ein kurzer Blick aufs Smartphone, noch schnell ein paar Prozent Akku gewinnen – für viele Flugreisende gehörte das bislang selbstverständlich dazu. Doch damit ist auf Flügen der Lufthansa Group nun Schluss. Neue Sicherheitsregeln untersagen die Nutzung von Powerbanks an Bord. Parallel dazu kursierten Berichte über eine angebliche politische Einflussnahme. Die Bundesregierung widerspricht.

Strengere Regeln für Powerbanks bei Lufthansa

Mit sofortiger Wirkung hat der Lufthansa-Konzern ein konzernweites Powerbank Verbot an Bord eingeführt, das die Nutzung tragbarer Ladegeräte während des Fluges untersagt. Betroffen sind alle Airlines der Lufthansa Group, darunter Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Eurowings, Air Dolomiti und Edelweiss. Die Maßnahme gilt konzernweit und ersetzt bisher teils unterschiedliche Regelungen.

Konkret bedeutet das für Passagiere: Powerbanks dürfen zwar weiterhin im Handgepäck mitgeführt werden, sie dürfen jedoch während des gesamten Fluges weder verwendet noch aufgeladen werden. Auch das Laden externer Geräte wie Smartphones, Tablets oder Kameras über eine Powerbank ist untersagt. Die Bordstromversorgung darf ebenfalls nicht zum Laden der Powerbanks genutzt werden.

Was erlaubt bleibt – und was nicht

Die neuen Vorschriften sind detailliert gefasst und lassen nur wenige Spielräume. Zulässig sind maximal zwei Powerbanks pro Person mit einer Kapazität von jeweils bis zu 100 Wattstunden. Geräte mit höherer Kapazität bis 160 Wattstunden benötigen vorab eine ausdrückliche Genehmigung der Airline.

  • Powerbanks ausschließlich im Handgepäck erlaubt
  • Keine Nutzung oder Aufladung während des Fluges
  • Keine Lagerung in den oberen Gepäckfächern
  • Aufbewahrung unter dem Sitz, in der Sitzlehne oder am Körper
  • Ausnahmen für medizinisch notwendige Geräte

Besonders relevant: Powerbanks dürfen nicht im aufgegebenen Gepäck transportiert werden. Zudem sollen sie während des Fluges jederzeit erreichbar sein – ein Hinweis darauf, dass mögliche Zwischenfälle schnell erkannt und beherrscht werden sollen.

Warum das Lufthansa Powerbank Verbot eingeführt wurde

Auslöser für die neue Regelung ist das anhaltende Sicherheitsrisiko, das von Lithium-Ionen-Akkus ausgehen kann. Diese Energiespeicher sind leistungsfähig, reagieren jedoch empfindlich auf Beschädigungen, Überhitzung oder Produktionsfehler. In seltenen Fällen kann es zu einem sogenannten thermischen Durchgehen kommen – einer unkontrollierten Kettenreaktion, die zu Rauchentwicklung oder Brand führen kann.

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In der engen Umgebung eines Flugzeugs stellt ein solcher Vorfall ein erhebliches Risiko dar. Internationale Luftfahrtorganisationen empfehlen seit Jahren, den Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien restriktiv zu regeln. Die Lufthansa Group folgt mit dem neuen Powerbank Verbot an Bord diesen sicherheitsorientierten Leitlinien und geht in einzelnen Punkten sogar darüber hinaus.

Internationale Entwicklungen als Hintergrund

Auch andere Fluggesellschaften weltweit haben in den vergangenen Jahren ihre Vorschriften verschärft. Einzelne Vorfälle mit überhitzten Akkus in Kabinen oder Gepäckräumen haben das Bewusstsein für potenzielle Gefahren geschärft. Die neue Regelung der Lufthansa reiht sich damit in eine globale Entwicklung ein, bei der Sicherheitsaspekte zunehmend Vorrang vor Komfortfragen erhalten.

Bundesregierung widerspricht Berichten über Jens Spahn

Im Umfeld der Berichterstattung über das Lufthansa Powerbank Verbot tauchten Medienberichte auf, die eine Verbindung zu CDU-Politiker Jens Spahn herstellten. Teilweise wurde suggeriert, Spahn habe politischen Einfluss auf die Entscheidung der Airline genommen. Für diese Darstellung gibt es jedoch keine bestätigten Belege.

Nach Recherchen liegt keine offizielle Stellungnahme der Bundesregierung vor, die eine Beteiligung oder Einflussnahme Spahns bestätigt. Entsprechende Berichte wurden aus Regierungskreisen nicht gestützt. Auch aus dem Umfeld der Lufthansa gibt es keine Hinweise auf eine politische Steuerung der Maßnahme.

Spahns politische Funktion ohne Bezug zur Regelung

Jens Spahn ist derzeit Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und übt damit eine zentrale Rolle im parlamentarischen Raum aus. Ein exekutives Amt bekleidet er aktuell nicht. Seine frühere Tätigkeit als Bundesgesundheitsminister endete im Jahr 2021 und steht in keinem sachlichen Zusammenhang mit luftfahrtrechtlichen Sicherheitsregelungen.

Die Entscheidung über das Powerbank Verbot an Bord fällt damit klar in den Verantwortungsbereich der Airline und ihrer sicherheitsrelevanten Gremien – nicht in den der Bundespolitik.

Auswirkungen für Passagiere und Flugalltag

Für viele Reisende bringt das Lufthansa Powerbank Verbot spürbare Veränderungen mit sich. Gerade auf Langstreckenflügen war das Nachladen mobiler Geräte bislang gängige Praxis. Künftig müssen Passagiere stärker vorausplanen und ihre Endgeräte bereits vor dem Boarding vollständig aufladen.

Die Airline empfiehlt, Bordstromanschlüsse direkt zu nutzen, sofern verfügbar, oder den Energieverbrauch während des Fluges zu reduzieren. Für Geschäftsreisende, Familien oder Vielflieger bedeutet das neue Regelwerk eine Umstellung, die den Umgang mit digitalen Begleitern an Bord neu definiert.

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Akzeptanz und Kontrolle

Wie strikt das Powerbank Verbot an Bord kontrolliert wird, dürfte sich erst im laufenden Betrieb zeigen. Klar ist jedoch: Verstöße gegen Sicherheitsvorgaben können von der Crew unterbunden werden. Die Verantwortung für die Einhaltung liegt bei den Passagieren – unterstützt durch Hinweise im Buchungsprozess und beim Boarding.

Sicherheit vor Komfort: Ein Signal der Branche

Mit der neuen Regelung setzt die Lufthansa Group ein deutliches Signal. Sicherheit erhält Vorrang, auch wenn dies Einschränkungen im gewohnten Reiseablauf bedeutet. Das Powerbank Verbot an Bord verdeutlicht, wie sensibel Airlines auf technische Risiken reagieren und wie stark sich Sicherheitskultur und Regulierung weiterentwickeln.

Für die Luftfahrtbranche insgesamt ist die Maßnahme ein weiterer Schritt hin zu klareren, einheitlicheren Regeln im Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien. Für Reisende bleibt die Erkenntnis, dass selbst alltägliche Gegenstände wie Powerbanks im Flugzeug besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Zwischen Vertrauen und Verantwortung

Das Lufthansa Powerbank Verbot an Bord steht exemplarisch für den ständigen Balanceakt der Luftfahrt: technischer Fortschritt, veränderte Reisegewohnheiten und höchste Sicherheitsansprüche müssen immer wieder neu austariert werden. Während politische Spekulationen schnell entstehen, zeigt der Blick auf die Faktenlage vor allem eines – Entscheidungen dieser Tragweite entstehen aus Sicherheitsüberlegungen, nicht aus politischer Agenda.

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Als Autor für das Magazin "Nah am digitalen Rand" verbinde ich meine Germanistik-Expertise mit einem unstillbaren Interesse für redaktionell spannende Themen. Meine Leidenschaft gilt der Erforschung und dem Verständnis der digitalen Evolution unserer Sprache, ein Bereich, der mich stets zu tiefgründigen Analysen und Artikeln inspiriert.