Cookies & Datenschutz Technisch notwendige Funktionen sind immer aktiv. Optionale Analyse- und Werbedienste werden erst nach Ihrer Zustimmung aktiviert.
EndlagerfrageDresden, 4. November 2025 – Noch vor wenigen Jahren war die Idee fern, dass in Sachsen einmal über ein Endlager für hochradioaktive Abfälle entschieden wird. Heute hingegen zeichnet sich ab: Für den Großteil der Landesfläche gilt eine Lagerung als unwahrscheinlich – was bleibt, sind wenige verbleibende Teilflächen. Doch warum genau wird Sachsen weitgehend ausgeschlossen, und was heißt das für die weiteren Schritte der Suche nach einem Endlager?
Ausgangslage und Verfahren zur Standortwahl
Das bundesweite Verfahren zur Endlagersuche wird von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) nach dem Standortauswahlgesetz durchgeführt. Dabei werden in mehreren Phasen zunächst sogenannte Teilgebiete ermittelt, dann Standortregionen und letztlich ein endgültiger Standort ausgewählt. Im Zwischenbericht der BGE waren im Jahr 2020 insgesamt 90 Teilgebiete ausgewiesen worden. Nach aktuellem Stand bleiben bundesweit noch rund 25 Prozent der Landesfläche für ein mögliches Endlager übrig – im Vorjahr waren es noch rund 44 Prozent.
In Sachsen hatte die zuständige Landesbehörde festgestellt, dass von den ausgewiesenen Teilgebieten rund die Hälfte kein geeignetes Wirtsgestein enthält, und daraus folgte eine Reduzierung der potenziellen Teilflächen.
Warum wird der Großteil Sachsens ausgeschlossen?
Eine zentrale Voraussetzung für die Auswahl eines Lagerstandortes sind bestimmte Wirtsgesteine — unter anderem Steinsalz, Tongestein oder Kristallin — die geologisch geeignet sind, über viele Jahrtausende Sicherheit zu bieten. In Sachsen ergab die fachliche Prüfung, dass in über der Hälfte der ausgewiesenen Teilgebiete keine dieser Gesteine vorkommen, sodass die Ausweisung dort „nicht plausibel“ war.
Hinzu kommt: Für den größten Teil der Flächen in Sachsen ist laut BGE klar, dass sie für ein Endlager „wenig oder gar nicht geeignet“ sind.
Sachsen: Verbleibende Teilflächen und ausgeschlossene Gebiete
Verbleibende Kandidaten
Trotz erheblicher Ausschlüsse gibt es in Sachsen noch einzelne Teilflächen, die weiterhin im Verfahren sind. Kleinere Regionen in den Kreisen Bautzen (Oberlausitz), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie im Erzgebirge und im Kreis Mittelsachsen gelten als besonders geeignet – darunter etwa die Gebiete um Seiffen und Altenberg.
Für eine kleinere Fläche nördlich von Dresden (zwischen Gröditz und Laußnitz) steht die Prüfung noch aus.
Ausgeschlossene Flächen
Die Untersuchung zeigt jedoch deutlich: Weit über die Hälfte der einst als möglich geltenden Teilgebiete in Sachsen wurden bereits aus der Liste der plausiblen Gebiete gestrichen. Die Gründe reichen von ungeeignetem Wirtsgestein bis zu unzureichender geologischer Datenlage.
Region
Status
Große Teile Sachsens (Mehrheit)
Ausgeschlossen oder als kaum geeignet bewertet
Teilflächen in Bautzen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Erzgebirge, Mittelsachsen
Weiter im Verfahren
Fläche nördlich Dresden (zwischen Gröditz & Laußnitz)
Prüfung noch offen
Verfahren und Zeitplan – Wo steht die Endlagersuche?
Das Verfahren der BGE verläuft schrittweise:
Phase I: Auswahl der Teilgebiete und erste Sicherheitsprüfungen.
Phase III: Untertägige Erkundung und letztliche Entscheidung.
Nach aktuellen Angaben strebt die BGE an, Ende 2027 konkrete Standortregionen für die übertägige Erkundung vorzuschlagen. Eine endgültige Entscheidung soll bis spätestens 2050 erfolgen.
Wie geht das Verfahren genau vor?
Ausschluss von Gebieten anhand geologischer Kriterien.
Beteiligung der Öffentlichkeit mit Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
Was bedeutet das Ergebnis für Sachsen?
Für Sachsen bedeutet die aktuelle Bewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Endlager im Freistaat entsteht, hat sich deutlich verringert. Nur noch ein kleiner Teil der Landesfläche ist aktiv im Rennen. Für betroffene Regionen – etwa im Erzgebirge oder in Mittelsachsen – bleibt jedoch eine mögliche Beteiligung bestehen. Kommunen und Bürgerinnen müssen weiterhin informiert werden, während andere Gebiete aus der aktiven Prüfung entlassen wurden.
Welche Fragen stellen sich dabei besonders?
Viele Bürger fragen, welche Regionen in Sachsen beim Endlagerverfahren bereits ausgeschlossen sind. Die Antwort: Für einen Großteil der Fläche wurde festgestellt, dass sie zumindest „wenig geeignet“ ist – was einem Ausschluss gleichkommt. Andere fragen, wie das Verfahren genau abläuft: Es ist mehrstufig, wissenschaftlich fundiert und öffentlich begleitet. Und schließlich: Wann wird entschieden? Die Zielmarke 2031 ist überholt; realistisch ist eine Entscheidung erst um 2050.
Beteiligung, Transparenz und geologische Kriterien im Fokus
Ein weiterer Aspekt betrifft die Beteiligung vor Ort sowie die besonderen Anforderungen, die das Verfahren stellt. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie stellte fest, dass viele Teilgebiete nicht plausibel seien, da geeignete Wirtsgesteine fehlten. Auch die Öffentlichkeitsbeteiligung spielt eine zentrale Rolle: Das Verfahren sieht vor, dass Bürgerinnen, Kommunen und Verbände frühzeitig einbezogen werden und Daten öffentlich zugänglich sind.
Transparenz und wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit
Ausblick auf die nächsten Schritte
In den kommenden Jahren werden folgende Meilensteine erwartet:
Mitte 2026: Nächster Arbeitsstandbericht der BGE
Ende 2027: Vorschlag konkreter Standortregionen
2030er/2040er Jahre: Untertägige Erkundungen
Bis spätestens 2050: Endgültige Entscheidung
Für Sachsen heißt das: Weniger Fläche im Rennen bedeutet, dass künftig andere Bundesländer stärker im Fokus stehen könnten – zugleich bleibt das Verfahren für die verbliebenen Teilflächen relevant.
Perspektiven für Regionen und Bevölkerung
Für Kommunen in den verbleibenden Teilflächen bleibt das Thema präsent. Informations- und Beteiligungsverfahren, geologische Überprüfungen und mögliche Erkundungen stehen bevor. Für die übrigen Gebiete bedeutet die Bewertung indes eine Entlastung. Die Reduzierung der Fläche zeigt, wie anspruchsvoll die Anforderungen sind: Ein Endlager muss technisch, geologisch und gesellschaftlich tragfähig sein.
Was heißt das konkret für die Bürgerinnen und Bürger?
Wenn Ihre Kommune nicht mehr unter den Teilgebieten geführt wird, heißt das eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für ein Endlager.
Wenn Ihre Region noch im Verfahren ist, sind Sie eingeladen, sich an Informationsveranstaltungen zu beteiligen.
Transparenz und Nachvollziehbarkeit bleiben zentrale Grundsätze.
Ausblick: Entwicklungen im Auge behalten
Das Thema „Endlager für hochradioaktiven Müll“ ist in Sachsen noch nicht abgeschlossen, doch für den Großteil der Fläche gilt: nicht mehr in Frage kommend. Nur wenige Teilregionen bleiben im Verfahren und werden weiter geprüft. Die Suche geht mit wissenschaftlicher Strenge und öffentlicher Beteiligung weiter. Ob und wo letztlich ein Endlager entsteht, bleibt offen – Sachsen spielt dabei künftig eine kleinere, aber dennoch bedeutsame Rolle im Gesamtprozess.
Hinweise zu Fehlern, Ergänzungen oder wichtigen Aktualisierungen können über die im Impressum genannten Kontaktwege eingereicht werden. Bitte nennen Sie dabei nach Möglichkeit die betroffene Beitrags-URL.
KARLSRUHE – Nach einem plötzlichen Masernausbruch im Christlichen Zentrum Karlsruhe (CZK) mit 16 bestätigten Infektionen hat die Stadt umfassende Maßnahmen ergriffen. Eine Allgemeinverfügung schränkt den Zutritt zu Gemeindeveranstaltungen…
Eine Studie zeigt, dass Apherese bestimmte PFAS im Blut deutlich senken kann. Bei Mikroplastik gibt es erste Hinweise, doch der medizinische Nutzen bleibt offen.
Neymar will seinen Vertrag beim FC Santos bis Ende 2026 erfüllen. Danach kommen für ihn ein Verbleib, ein Wechsel oder das Ende seiner Profikarriere infrage.
Der Waldbrand im Hürtgenwald hat sich über Nacht nicht weiter ausgebreitet. Der Großeinsatz läuft weiter, Gey bleibt vorerst evakuiert und die Brandfläche ist noch nicht abschließend bestimmt.
Der Begriff „Mehrzweckeier“ steht früh im Mittelpunkt der Debatte um das Jugendwort 2026. Entscheidend wird, ob daraus mehr wird als ein kurzfristiger Internettrend.
13. November 2025 – Noch bevor der Startschuss fällt, bewegt „Avatar: Fire and Ash“ die Filmwelt. In den Kinos herrscht gespannte Erwartung, seit die finale Laufzeit des dritten Teils bekannt wurde – länger als alles, was die Saga bisher…
Düsseldorf. Der Düsseldorfer Verpackungskonzern Gerresheimer steht unter Druck: Eine externe Untersuchung hat Unregelmäßigkeiten bei der Umsatzverbuchung im Geschäftsjahr 2024 offengelegt. Die BaFin prüft nun, ob der MDAX-Konzern Umsätze zu…
DB InfraGO muss das Verkehrs- und Baukonzept für Hannover–Berlin 2027 überarbeiten. Die Lehrter Stammbahn steht nicht wie vorgesehen als Umleitungsstrecke bereit.
Warnemünde – Beim Wendevorgang im Hafen von Warnemünde kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Das historische Kreuzfahrtschiff MS „Nordstjernen“ kollidierte mit einer Uferböschung. Während es glücklicherweise keine Verletzten gab…
Nach vier Todesfällen bei einem Unfall nahe Kürten beginnt der Prozess gegen den inzwischen 17-jährigen Fahrer. Er war zum Unfallzeitpunkt 16 und besaß keine Fahrerlaubnis.
Die Anleger des Adlon-Immobilienfonds stimmen über einen Verkauf für mindestens 280 Millionen Euro ab. Kempinski soll das Hotel zunächst weiter betreiben.
Für das Heilbronner Wollhaus ist ein weitgehender Abriss mit anschließender Neubebauung geplant. Auf dem Areal sollen rund 600 Wohnungen sowie Flächen für Handel, Gastronomie und Dienstleistungen entstehen.
Im Nordschwarzwald gibt es erneut bestätigte Wolfsnachweise. Unklar bleibt, ob neue Wölfe nach Baden-Württemberg gekommen sind oder bekannte Tiere erneut registriert wurden.
In 16 von 17 Städten in Nordrhein-Westfalen stimmte eine Mehrheit für die Olympia-Bewerbung der Region KölnRheinRuhr. Damit stärkt das Votum die Position der Region im nationalen Auswahlverfahren.
Istanbul, 18. November 2025 – Ein stiller Morgen in der Altstadt von Fatih, wo sonst das Stimmengewirr der Touristen durch die engen Gassen zieht, bekam eine beklemmende Schwere. In einem versiegelten Hotel, nur wenige Schritte von…
Karlsruhe, 8. November 2025. In der baden-württembergischen Stadt Karlsruhe breitet sich derzeit ein Masern-Ausbruch aus. Nach Angaben des Gesundheitsamts sind mehrere Dutzend Personen infiziert, die meisten davon im Umfeld einer…
Strausberg hat den ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl annulliert. Der Landrat des Kreises Märkisch-Oderland erklärte die Abstimmung nach auffälligen Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl für ungültig. Ermittlungsbehörden prüfen nun einen…