Niedrigwasser am Rhein

Rheinpegel Köln auf Rekordtief: Wasserstand könnte auf 37 Zentimeter fallen

Niedriger Rheinpegel mit freiliegenden Kiesflächen und einem Frachtschiff auf dem Fluss
Symbolbild: KI-generiert. Niedrige Wasserstände am Rhein können die Binnenschifffahrt einschränken. Am Rheinpegel Köln wurde ein neuer Tiefstand gemessen.

Der Rheinpegel in Köln ist auf einen historischen Tiefstand gefallen. Am Montagmorgen wurden 40 Zentimeter gemessen, kurzfristig könnte der Wasserstand nach der vorliegenden Prognose sogar auf 37 Zentimeter sinken. Das Niedrigwasser erschwert bereits die Schifffahrt und legt Teile des Flussbetts frei – für Anfang Oktober erwarteter Regen könnte die Entwicklung verändern.

Köln, 28. September 2026. Der Rhein führt außergewöhnlich wenig Wasser. Besonders deutlich zeigt sich das am Rheinpegel Köln: Am frühen Montagmorgen wurden dort nur noch 40 Zentimeter registriert. Damit ist der erst wenige Wochen zuvor aufgestellte Tiefstwert bereits wieder unterschritten.

Und der niedrigste Stand könnte noch bevorstehen. Wie die Tagesschau unter Berufung auf das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt berichtet, sieht die kurzfristige Prognose für Köln einen Rheinpegel von nur noch 37 Zentimetern vor. Dieser Wert ist bislang eine Vorhersage und kein bestätigter Messstand.

Rheinpegel Köln fällt auf historischen Tiefstand

Der Rückgang setzte sich über das Wochenende fort. Am Sonntagmorgen lag der Rheinpegel in Köln zunächst bei 43 Zentimetern, später wurden 42 Zentimeter gemeldet. Am frühen Montagmorgen folgte schließlich die 40-Zentimeter-Marke.

Bemerkenswert ist vor allem der Vergleich mit den bisherigen Rekorden. Erst am 16. August 2026 waren in Köln 45 Zentimeter gemessen worden. Das galt damals bereits als neuer Tiefststand. Zuvor hatte über Jahre ein Wert von 69 Zentimetern aus dem Jahr 2018 die historische Vergleichsmarke gebildet.

Nun ist auch der August-Rekord Geschichte. Innerhalb weniger Wochen hat der Rheinpegel Köln damit zweimal neue Tiefststände erreicht.

Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf die Domstadt. Auch an anderen Rheinpegeln in Nordrhein-Westfalen wurden am Wochenende außergewöhnlich niedrige Werte registriert. In Düsseldorf lag der Pegel am Sonntag bei minus fünf Zentimetern, in Duisburg-Ruhrort wurden 127 Zentimeter gemessen.

40 Zentimeter Pegelstand sind nicht 40 Zentimeter Wassertiefe

Gerade die Zahlen aus Düsseldorf und Köln zeigen, warum Pegelangaben leicht missverstanden werden können. Die Messwerte verschiedener Stationen lassen sich nicht unmittelbar miteinander vergleichen. Jeder Rheinpegel besitzt einen festgelegten Pegelnullpunkt, auf den sich der angezeigte Wasserstand bezieht.

Das Wichtigste in Kürze

Der Rheinpegel in Köln hat mit 40 Zentimetern einen neuen historischen Tiefstand erreicht. Kurzfristig wird ein weiterer Rückgang auf 37 Zentimeter prognostiziert, während das Niedrigwasser bereits die Schifffahrt beeinträchtigt.

Was ist passiert?
Am frühen Montagmorgen wurden dort nur noch 40 Zentimeter registriert.
Was ist noch offen?
Für Köln wird ein Rheinpegel von 37 Zentimetern prognostiziert.
Was bedeutet das?
Frachtschiffe können bei Niedrigwasser teilweise nicht mehr vollständig beladen werden.
Was ist bestätigt?
Erst am 16. August 2026 waren in Köln 45 Zentimeter gemessen worden.

Stand:

Ein negativer Wert in Düsseldorf bedeutet deshalb nicht, dass dort kein Wasser mehr vorhanden ist. Ebenso wenig heißt ein Rheinpegel von 40 Zentimetern in Köln, dass der Fluss nur noch 40 Zentimeter tief wäre.

Der Pegel beschreibt den Wasserstand relativ zum Nullpunkt der jeweiligen Messstelle. Die tatsächliche Wassertiefe ist davon zu unterscheiden. Das gilt insbesondere für die Fahrrinne, die von der Berufsschifffahrt genutzt wird.

Für die Einordnung des aktuellen Niedrigwassers ist deshalb weniger der direkte Vergleich zwischen Köln, Düsseldorf und Duisburg entscheidend als die Entwicklung an jeder einzelnen Messstation. Und die weist derzeit an mehreren Stellen deutlich nach unten.

Niedrigwasser schränkt Schifffahrt auf dem Rhein ein

Für die Binnenschifffahrt hat der niedrige Rheinpegel praktische Folgen. Frachtschiffe können bei Niedrigwasser teilweise nicht mehr vollständig beladen werden. Um ihren Tiefgang zu reduzieren und die Fahrrinne weiterhin sicher nutzen zu können, müssen sie weniger Ladung aufnehmen.

Der Logistikdienstleister Contargo hatte bereits vor dem Wochenende auf rasch sinkende Wasserstände am Rhein hingewiesen und die Situation als Niedrigwasser eingestuft. Für den Gütertransport auf dem Fluss können daraus weitere operative Einschränkungen entstehen.

Betroffen sind nicht nur Frachtschiffe. Auch die Fahrgast- und Fährschifffahrt muss auf die niedrigen Wasserstände reagieren. Die Köln-Düsseldorfer weist auf Einschränkungen wegen des Niedrigwassers hin. Mehrere Fährverbindungen mussten ihren Betrieb einstellen, darunter die Verbindung zwischen Köln-Weiß und Zündorf.

Wie anspruchsvoll die Bedingungen auf einzelnen Rheinabschnitten inzwischen sein können, zeigte sich am Samstag in Köln. Das Hotelschiff MS Dutch Melody fuhr sich im Bereich der Deutzer Brücke in der Fahrrinne fest. Ein anderes Schiff konnte es wieder freiziehen.

Trockenheit und wenig Schmelzwasser drücken den Rheinpegel

Für das ausgeprägte Niedrigwasser kommen mehrere Faktoren zusammen. Nach Angaben des WDR spielen die anhaltende Trockenheit und geringe Niederschläge eine wesentliche Rolle. Hinzu kommt ein schneearmer vergangener Winter in den Alpen. Dadurch gelangt weniger Schmelzwasser in das Flusssystem.

Niedrige Wasserstände im Spätsommer und Herbst sind am Rhein grundsätzlich kein ungewöhnliches Phänomen. Außergewöhnlich sind allerdings die Werte, die in diesem Jahr an mehreren Messstellen erreicht werden. In Köln zeigt das der Vergleich besonders deutlich: Der langjährige Tiefststand von 2018 wurde bereits im August unterschritten, Ende September fiel der Rheinpegel nochmals darunter.

Das Niedrigwasser verändert auch sichtbar die Uferbereiche. Wo normalerweise Wasser steht, treten Flächen des Flussbetts hervor. Bei Hersel zwischen Köln und Bonn hatte das am Wochenende eine ungewöhnliche Folge: Dort musste am Samstag eine zuvor im Rhein liegende Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt werden.

Prognose: Rheinpegel Köln könnte auf 37 Zentimeter fallen

Für die weitere Entwicklung richtet sich der Blick nun auf die kurzfristigen Vorhersagen. Für Köln wird ein Rheinpegel von 37 Zentimetern prognostiziert. Sollte dieser Wert tatsächlich erreicht werden, würde der gerade erst gemessene Rekord erneut unterboten.

Ob daraus ein länger anhaltender Rückgang entsteht, ist offen. Die Prognose beschreibt zunächst die kurzfristige Entwicklung. Für Anfang Oktober wird Regen erwartet, der die Situation zumindest etwas entspannen könnte.

Wie stark sich die Niederschläge tatsächlich auf den Rheinpegel auswirken, lässt sich derzeit nicht belastbar beziffern. Für den Wasserstand eines großen Flusses ist nicht allein entscheidend, ob es unmittelbar in Köln oder Düsseldorf regnet. Relevant sind die Niederschläge und Zuflüsse im gesamten Einzugsgebiet.

Entsprechend vorsichtig ist auch die Marke von 37 Zentimetern einzuordnen. Sie ist eine Prognose. Erst eine tatsächliche Messung am Pegel Köln würde daraus einen weiteren historischen Tiefstand machen.

Für den Rhein werden die nächsten Tage entscheidend

Fest steht bereits jetzt: Der Rheinpegel Köln befindet sich auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau. Die 40 Zentimeter vom Montagmorgen markieren einen neuen Rekord an der Messstelle. Gleichzeitig zeigen die Werte aus Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort, dass das Niedrigwasser weite Teile des nordrhein-westfälischen Rheinabschnitts betrifft.

Für Schifffahrt, Fähren und Logistik wächst damit der Druck, sich auf die niedrigen Wasserstände einzustellen. Jeder weitere Rückgang kann die nutzbare Beladung von Schiffen begrenzen und bestehende Einschränkungen verschärfen.

Ob der Rheinpegel in Köln tatsächlich bis auf die prognostizierten 37 Zentimeter fällt, werden die nächsten Messungen zeigen. Danach richtet sich der Blick bereits auf die Wetterentwicklung Anfang Oktober. Der angekündigte Regen könnte den Rückgang bremsen – wie deutlich, lässt sich bislang nicht verlässlich abschätzen.

Quellen

  1. Prognose unter 40 Zentimeter: Der Rheinpegel steht vor einem neuen TiefstandTagesschau
  2. Herbstsonne und leere Flüsse: Der Rhein erreicht historisch tiefen PegelstandWDR
  3. Wasserstände und Vorhersagen an schifffahrtsrelevanten Pegeln – Duisburg-RuhrortELWIS / Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
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